Schwestern im Tod

Autor: Bernard Minier
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-28238-0
Erscheinungsdatum (D) 02.06.20 Erschienen 2018
Seiten 428
Übersetzung Alexandra Baisch

Schwestern im Tod Soeurs

Inhalt

Der Schock könnte kaum größer sein für Martin Servaz, als er in einer Februarnacht am Tatort eines Mordes eintrifft: Die tote Frau, die er dort vorfindet, trägt ein Kommunionkleid und ist die Ehefrau des bekannten Krimautors Erik Lang. Bereits vor etwa fünfundzwanzig Jahren, als Servaz ganz am Anfang seines Berufslebens stand, hatte er im Zuge einer Mordermittlung schon einmal mit Lang zu tun. Bei diesem allerersten Fall, den er bei der Toulouser Polizei zu lösen hatte, waren zwei Schwestern am Ufer der Garonne in den Pyrenäen ermordet worden. Die Leichen waren an Baumstämme gefesselt – und ebenfalls in Kommunionkleider gehüllt. Beide Mädchen waren große Fans des Schriftstellers Erik Lang, der damals mit seinem Thriller „Das Kommunionkind“ Bestseller-Erfolge feiern konnte. Nachweislich hatte Lang Kontakt mit den beiden gehabt, doch als sich die Ermittler immer mehr auf ihn fokussierten, gestand urplötzlich ein anderer die Taten und lenkte die Ermittlungen in eine gänzlich andere Richtung.

Dieser Mordfall aus dem Jahr 1993 begleitet Martin Servaz bis heute, waren ihm doch immer Zweifel geblieben. Als er sich nun Erik Lang gegenübersieht, muss er sich der Frage stellen, ob die Toulouser Polizei damals einen fürchterlichen Fehler begangen hat. Denn nach und nach finden sich weitere Motive aus Langs Thrillern in ungelösten Mordfällen wieder…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Bisher bildete stets der psychopathische Serienmörder Julian Hirtmann Dreh- und Angelpunkt von Bernard Miniers Thrillern um Commandant Martin Servaz. In „Schwestern im Tod“ beschäftigt sich der Autor nun mit dem ersten Fall Servaz‘, der keine Berührungspunkte mit Hirtmann zeigt. Möglicherweise ist das der Grund dafür, dass man sich von diesem neuen Thriller Miniers nicht ganz so sehr in den Bann gezogen fühlt wie von seinen Vorgängern. Auch wenn hier eine durch und durch spannende Geschichte erzählt wird, die über jede Menge Twists und atemberaubende Wendungen verfügt und den Leser bis zum Ende völlig im Ungewissen lässt, fehlt „Schwestern im Tod“ dennoch diese gewisse Perfidität, die Hirtmanns Wesen innewohnt.

Nichtsdestotrotz kann man erneut nur über Bernard Miniers absolut geschicktes Timing, seine Treffsicherheit im Platzieren von Hinweisen und seinen außergewöhnlichen und fast schon poetischen Erzählstil staunen. Er umgibt diese Geschichte und vor allem seinen faszinierenden Ermittler mit einer Aura von Melancholie und brilliert dabei vor allem mit seinen leisen Tönen. Gegen Ende hin wird der Plot allerdings immer verworrener und wirkt etwas zu konstruiert, um noch vollends zu überzeugen. Dennoch ist „Schwestern im Tod“ ein insgesamt gelungener und äußerst fesselnder Thriller, der mit messerscharf gezeichneten Charakteren und atmosphärischen Schauplätzen zu punkten weiß.


Commandant Martin Servaz ermittelt in folgenden Fällen:
Schwarzer Schmetterling
Kindertotenlied
Wolfsbeute
Nacht
Schwestern im Tod

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen