Dear Evan Hansen

Autor: Val Emmich, Steven Levenson, Benj Pasek, Justin Paul
Genre: Jugendbuch
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16565-2
Erscheinungsdatum (D) 02.09.19 Erschienen 2018
Seiten 415
Übersetzung Catrin Frischer

Dear Evan Hansen

Inhalt

Nobody Deserves to be Forgotten

Ein nie für die Augen anderer bestimmter Brief lässt Evan Hansen als engsten Freund eines toten Mitschülers erscheinen. Dem einsamen Evan eröffnet sich durch dieses Missverständnis die Chance seines Lebens: endlich dazuzugehören. Evan weiß natürlich, dass er falsch handelt, doch nun hat er plötzlich eine Aufgabe: Connors Andenken zu wahren und den Hintergründen seines Todes nachzuspüren. Alles, was er tun muss, ist weiter vorzugeben, Connor Murphy habe sich vor seinem Selbstmord allein ihm anvertraut. Plötzlich findet sich der unsicht- und unscheinbare Evan im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar der des Mädchens seiner Träume – Connors Schwester...

Buchkritik von Thomas  Ays

Das Musical "Dear Evan Hansen" als absoluten Hit zu bezeichnen, dürfte die Sache im Kern treffen. 2017 mit sechs Tonys ausgezeichnet, unter anderem für das "Bestes Musical" und für den "Besten Hauptdarsteller in einem Musical" Ben Platt. Die Albumaufnahme des Musicals bekam 2018 dann zudem einen Grammy. Langsam schwappt die Erfolgswelle auch nach Europa über, London ist bereits voll getroffen.
Die Botschaft, die die Geschichte um einen einsamen Jungen aussendet, ist international verständlich und einprägsam. In den Zeiten, in denen wir leben, in denen eine Generation aufwächst, für die die Sozialen Medien wie eine Art Grundnahrungsmittel erscheinen, für die ist diese Geschichte gemacht. Denn gerade heute ist es ganz einfach, unter die Räder des sozialen Miteinanders zu kommen. Ganz leicht. Wenn du anders bist, nicht dazu gehörst, bist du raus. Im Kopf, im Herz eines Heranwachsenden mit dem Multiplikator x 1.000.
„Dear Evan Hansen" erzählt eine solche Geschichte. "Nobody Deserves to be Forgotten". Stimmt. Die Story, die hier von den Autoren des Musicals in Jugendbuchform gebracht wurde, ist es sicherlich wert erzählt zu werden, auch wenn sie nicht immer fesselt und das ein oder andere Klischee bedient. Die Autoren haben etwas geschafft, was nur wenigen gelingt. Es ist eine gewisse Einsamkeit zwischen den Seiten zu spüren. Eine Einsamkeit, die zumindest Teile der Autoren gut zu kennen scheinen. Und diese Einsamkeit ist es, die so gefährlich für junge Leben ist.
Evan ist ein Opfer. Und auch darin gefangen. Therapien, Medikamente. Alles versucht, nichts hat geholfen. Vielleicht weil die Zukunft so nebulös war, so fern und wenig greifbar. Immer tiefer gerät der Junge in eine Abwärtsspirale, in die er sich aufgrund seiner mangelnden Ausdrucksweise selbst gebracht hat. Und je länger dieses Leben dauert, das er führt, je länger er die Lügen aufrechterhält, desto auswegloser, schlimmer und katastrophaler scheint es zu werden. Diese Spirale transportiert "Dear Evan Hansen" grandios und zum Ende hin auch sehr spannend zum Leser. Auch wenn die großartige Musik fehlt, wir sollten mit dem Gefühl, das uns dieses Jugendbuch gibt, in die Welt gehen. Nobody Deserves to be Forgotten. No one deserves to disappear.

"Dear Evan Hansen" basiert auf dem gleichnamigen Musical-Erfolg. Die Uraufführung des Musicals fand 2015 in New York City statt.

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