Das Gift des Bösen

Autor: Sharon Bolton
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48874-2
Erscheinungsdatum (D) 17.02.20 Erschienen 2020
Seiten 480
Übersetzung Marie-Luise Bezzenberger

Das Gift des Bösen The Poisoner

Inhalt

Als in der englischen Kleinstadt Sabden in der Nähe eines ehemaligen Waisenhauses vier Skelette gefunden werden, bedeutet das für Großbritanniens ranghöchste Polizeibeamtin, Florence Lovelady, den Beginn einer Reise in die eigene Vergangenheit – eine Vergangenheit, die sie um jeden Preis hinter sich lassen wollte. Doch Larry Glassbrook, der Mörder, den Florence vor dreißig Jahren hinter Gitter brachte, vertraut ihr kurz vor seinem Tod an, dass die vier Skelette, die in Florence’ ehemaliger Heimatstadt gefunden wurden, seiner Überzeugung nach keineswegs so alt sind, wie es offiziell heißt. Obwohl Florence Sabden damals für immer den Rücken kehrte, bleibt ihr nun keine andere Wahl, als in die Stadt zurückzukehren, in der sie den größten Fall ihrer Karriere löste – und einen Teil von sich unwiederbringlich verlor.

Doch auch Larry Glassbrooks Tochter ist nach dreißig Jahren wieder nach Sabden zurückgekommen. Sie hütet ein Geheimnis, das sie das große Glück ihres Lebens kostete, welches sie nun um jeden Preis zurückgewinnen will. Sie setzt alles daran zu verhindern, dass Florence die wahren Hintergründe aufdeckt und etwas ans Tageslicht befördert, das abgrundtief böse und durch und durch verdorben ist. Doch Florence hat keine andere Wahl, als sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen – auch wenn das nicht nur sie selbst in tödliche Gefahr bringt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In „Der Schatten des Bösen“ präsentierte uns Sharon Bolton den ersten Fall für Florence Lovelady. „Das Gift des Bösen“ ist sowohl ein Folgeroman als auch ein Vorläufer von „Der Schatten des Bösen“, was zu Beginn etwas verwirrend ist. Doch schnell wird klar, dass sich die Erzählzeiten überschneiden, was diesem beklemmenden Fall rund um Florence Lovelady, Larry Glassbrook und den Schatten der Vergangenheit eine unglaubliche Tiefe und Intensität verleiht. Immer wieder fühlt man sich in die Ereignisse der vorigen Romans zurückversetzt und hat zugleich das Gefühl, in einer Parallelwelt herumzuirren. Es braucht einige Zeit, um sich in dieser eigenwilligen Erzählperspektive zurechtzufinden, werden hier doch Fragen aus dem ersten Buch beantwortet – und umgekehrt. Doch je länger man der Handlung folgt, desto faszinierter ist man von dieser außergewöhnlichen Art, die Geschichte eines Mörders quasi zweimal zu erzählen und zugleich völlig unterschiedliche Fälle zu präsentieren.

Die beiden Protagonisten Florence Lovelady und Larry Glassbrook bilden die Konstanten in diesen beiden Thrillern und vermitteln dem Leser den Eindruck, mit ihnen in ein Universum aus Schmerz, Hass und zutiefst ambivalenten Gefühlen einzutauchen. Sharon Bolton nimmt uns mit in eine Geschichte, in der nichts so ist, wie es zunächst erscheint und in der zutiefst verdorbene und skrupellose Menschen sich am Schmerz und der Qual anderer weiden. Dabei überzeugt sie mit atmosphärischen Schauplätzen, die Gänsehaut erzeugen und durch und durch authentischen Charakteren, die ihrer klug konstruierten Geschichte Leben einhauchen. Vor allem das ambivalente und undurchschaubare Verhältnis zwischen Florence und Larry Glassbrook fasziniert und lässt auch in diesem zweiten Thriller um die Ermittlerin viele Fragen offen. Am Ende gelingt es Sharon Bolton, den Leser mit einigen Antworten und Aha-Erlebnissen aber mindestens genauso vielen offenen Fragen zurückzulassen. Voller Erwartung freut man sich schon jetzt auf einen weiteren Fall dieser charismatischen Polizeibeamtin!

Florence Lovelady ermittelt in folgenden Fällen:
Der Schatten des Bösen
Das Gift des Bösen

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen