Kill Creek

Autor: Scott Thomas
Genre: Horror
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-32025-3
Erscheinungsdatum (D) 12.08.19 Erschienen 2017
Seiten 544
Übersetzung Kristof Kurz

Kill Creek

Inhalt

Dem Finch House, das im ländlichen Kansas einsam und verlassen am Ende einer langen Straße liegt, werden fürchterliche Geschichten nachgesagt. Im berühmtesten Spukhaus der USA fand jeder seiner Bewohner ein schreckliches Ende: Sein Erbauer wurde brutal ermordet, während dessen Geliebte von einem Lynchmob auf bestialische Weise erhängt wurde. Es wird gemunkelt, dass die Finch-Schwestern, die Jahre später in das unheimliche Haus zogen, noch heute dort ihr Unwesen treiben. Eine finstere, Furcht erregende Aura umgibt seither das Finch House, die jeden potenziellen Kaufinteressenten wieder abschreckt.

Der scheinbar perfekte Schauplatz also für das Zusammentreffen der vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA, die sich dort zu Halloween ein Stelldichein geben sollen. Gastgeber und Initiator des Zusammentreffens von Sam McGarver, T. C. Moore, Daniel Slaughter und Sebastian Cole ist ein gewisser Wainwright von WrightWire. Das angebliche Interview, das Wainwright jedem einzelnen von ihnen versprochen hatte, entpuppt sich schnell als riesiger PR-Gag. Nichtsdestotrotz entscheiden sich alle vier Autoren, die Nacht gemeinsam im berühmt-berüchtigten Finch House zu verbringen. Eine Nacht, die sich für alle Beteiligten zu einem wahren Albtraum entwickelt, der die dunkelsten Geheimnisse der Mitglieder dieser illustren Gruppe ans Tageslicht bringt. Doch es ist das finstere und abgrundtief böse Geheimnis von Finch House selbst, das sie am Ende wieder unter dessen Dach vereint – und schon bald den ersten Toten fordert…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Ein Buch auf dem Cover als „Ein Meisterwerk des modernen Horrors“ zu bezeichnen, weckt beim Leser doch äußerst große Erwartungen. Wird dieses Buch dann aber auch noch auf eine Stufe mit einem Werk des Großmeisters des Horrors schlechthin – Stephen King – gestellt, dann ist das doch mehr als wagemutig. Eines gleich vorweg: So gruselig wie „The Shining“, wie das auf dem Buchcover von „The Hollywood Reporter“ impliziert wird, ist „Kill Creek“ keinesfalls! Auch wenn Scott Thomas in „Kill Creek“ eine solide Horrorgeschichte erzählt, lässt sie sich doch nicht einmal ansatzweise mit der Vielschichtigkeit und dem nuancierten Horror von „Shining“ vergleichen. Lässt man diesen doch sehr hanebüchenen Vergleich einmal hinter sich, findet man in „Kill Creek“ interessante, wenn auch etwas plakative Charaktere, einen durchaus Gänsehaut erzeugenden Schauplatz und einige bitterböse Ideen des Autors, die einem hin und wieder das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Wenn die Lektüre zu Beginn noch etwas stockend ist und die Spannung sich nur zögerlich aufbauen will, ist es vor allem das letzte Drittel dieses Horrorromans, der einen immer atemloser der Handlung folgen lässt. Hier gelingt es Thomas schließlich, seine Leser voll und ganz für sich und seine Geschichte zu gewinnen und das abgrundtief Böse, das in Finch House lauert, förmlich aus den dunkelsten Winkeln der Abgründe seiner Leser hervorzulocken. Vor allem die Idee, dass das uralte Haus selbst die Quelle des Horrors ist, der sich alsbald in das Leben der Protagonisten einschleicht, fasziniert zunehmend und lässt eine Stimmung der latenten Bedrohung entstehen. Schade nur, dass es Scott Thomas nicht gelingen wollte, diese Stimmung von der ersten Seite an kontinuierlich aufzubauen. So ist leider vieles vom Potential, das dieser Roman zweifelsohne hat, ungenutzt verpufft.

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