Winterfeuernacht

Autor: Anders de la Motte
Genre: Krimi
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-30741-0
Erscheinungsdatum (D) 04.11.19 Erschienen 2018
Seiten 448
Übersetzung Marie-Sophie Kasten

Winterfeuernacht Vintereld

Inhalt

Die Sommer- und Winterferien sind für Laura immer ein ganz besonderes Highlight – die verbringt sie bei ihrer geliebten Tante Hedda in deren Feriendorf Gärdsnäset in Schonen in Südschweden. Dort verlebt Laura unbeschwerte Tage mit ihren Freunden Iben, Jack, Peter und Tomas. Auch im Winter 1987 ist sie wieder in Gärdsnäset, doch diesmal ist irgendwie alles anders. Laura gerät mit Iben in Streit wegen Jack, in den sie beide verliebt sind. Am kürzesten Tag des Jahres, während des Luciafestes, eskaliert die Situation, und am Ende brennt der Tanzpavillon lichterloh. Laura trägt schwere Verletzungen davon – Iben stirbt in den Flammen. Danach ist nichts mehr wie es war: Laura kehrt nicht mehr nach Gärdsnäset zurück, jeglicher Kontakt ist unterbrochen, und ihre Tante Hedda beantwortet ihrer unzähligen Briefe nicht – die beiden sollen sich nie wieder sehen.

Dreißig Jahre nach den schrecklichen Ereignissen erhält Laura die Nachricht, dass Hedda gestorben sei und ihr Gärdsnäset vererbt habe. Der Schock sitzt tief, und neben der Trauer um Hedda muss Laura sich nun auch den unangenehmen Erinnerungen stellen. Ohne es wirklich zu wollen, reist sie nach Schonen, um den Verkauf des verfallenen Feriendorfes abzuwickeln. Von den Kaufinteressenten wird sie äußerst aggressiv unter Druck gesetzt, und bald schon wird Laura klar, dass ihre Tante offenbar einem Geheimnis auf der Spur war – einem Geheimnis, das sie am Ende das Leben kostete. Zusammen mit ihrem alten Freund Peter, der heute bei der Polizei ist, versucht Laura herauszufinden, was an jenem schicksalhaften Luciafest tatsächlich geschah. Dabei kommt sie der einen Person, die alles vertuschen will, gefährlich nahe…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Bereits in seinen Kriminalromanen „Sommernachtstod“ und „Spätsommermord“ erschuf Anders de la Motte Geschichten, in denen Gegenwart und Vergangenheit auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. Auch in „Winterfeuernacht“ wechselt der Plot zwischen den tragischen Ereignissen eines Luciafestes aus dem Jahr 1987 und dem gegenwärtigen Leben einer der beteiligten Personen. Auch hier ist es erneut eine Gruppe von Jugendlichen, deren Schicksale auf tragische Weise miteinander verbunden sind, die durch ein schreckliches Ereignis bis in die Gegenwart aneinander gekettet erscheinen. De la Motte versteht es aufzuzeigen, wie sehr ein traumatisches Erlebnis das Leben der Beteiligten für immer zeichnen und in eine völlig neue Bahn lenken kann. Am Beispiel von Laura, die mit allen Mitteln versucht, das schreckliche Feuer jener Lucianacht und dessen fatale Folgen zu verdrängen, macht der Autor deutlich, wie die Geister der Vergangenheit unter der Oberfläche nur darauf lauern, endlich ans Tageslicht zu kommen. De la Mottes Charakterzeichnung und seine Fähigkeit, in die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche zu leuchten, sind äußerst beeindruckend.

„Winterfeuernacht“ erzählt darüber hinaus eine absolut fesselnde und atmosphärisch dichte Geschichte, die zunächst nur an der Oberfläche kratzt, dem Leser aber nach und nach die wahren Dämonen sämtlicher Beteiligter präsentiert. Nichts ist, wie man es zunächst vermutet, die Handlung bewegt sich in einem mysteriösen Nebel aus Halbwahrheiten, Intrigen und dunklen Vermutungen. Lediglich der Autor selber hält das Zepter fest in der Hand und führt seine Leser ohne zu zögern durch diesen packenden und atemberaubend spannenden Krimi. Am Ende gelingt es ihm, sämtlich losen Fäden schlüssig und absolut authentisch zusammenzuführen und seine Leser mit einer fassungslos machenden Auflösung zu überraschen. Das ist schwedische Spannungsliteratur vom Allerfeinsten!

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen