Unschuldsengel

Autor: Zoje Stage
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-22692-6
Erscheinungsdatum (D) 01.10.19 Erschienen 2018
Seiten 448
Übersetzung Charlotte Lungstrass-Kapfer

Unschuldsengel Baby Teeth

Inhalt

Für ihren Vater Alex ist die kleine Hanna ein süßer, unschuldiger Engel, den er abgöttisch liebt. Das Verhältnis zu ihrer Mutter Suzette hingegen ist alles andere als ungetrübt. So sehr Suzette sich auch bemüht, sie wird von Hanna, die mit ihren fünf Jahren noch kein einziges Wort gesprochen hat, voller Verachtung abgelehnt. In Hannas Augen ist ihr Vater Alex der Einzige, der sie versteht – und ihre Mutter will ihn ihr offensichtlich wegnehmen. Hanna unternimmt alles Mögliche, um Suzette zu sabotieren und zu piesacken – und ist damit mehr als erfolgreich.

Suzette, die gesundheitlich sowieso schon angeschlagen ist, fühlt sich nervlich zunehmend am Limit. Sie weiß einfach nicht mehr, wie sie noch mit ihrer störrischen, intriganten und hinterhältigen kleinen Tochter umgehen soll. Eines Tages erhält Suzette gar einen regelrechten Hassbrief von Hanna. Verstört schließt sie sich daraufhin im Badezimmer ein, doch Hanna lässt nicht locker, wieder und wieder klopft sie gegen die Badezimmertür. Als Suzette schließlich die Tür öffnet, steht ihre kleine Tochter vor ihr, nur noch das Weiße ist in ihren Augen zu sehen. Die Kleine spricht die ersten Worte ihres Lebens: „Ich bin nicht Hanna…“

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Das Problem bei „Unschuldsengel“ ist, dass man als Leser nicht längste Zeit nicht weiß, womit man es hier eigentlich zu tun hat. Handelt es sich hier um einen gruseligen Psychothriller? Oder hat man es gar mit einem regelrechten Horrorroman zu tun? Die Geschehnisse im Hause der kleinen Familie um Suzette, Alex und Hanna lassen sich einfach nicht in einen logischen Zusammenhang bringen. Ist Hanna nun ein regelrechtes Monster in der Gestalt eines engelsgleichen kleinen Mädchens? Eine wieder zum Leben erwachte Hexe aus dem Mittelalter? Oder hat man es vielmehr mit einem völlig gestörten Kind zu tun, das dringend eine Therapie benötigen würde? Dieses Nicht-Wissen, wohin die Geschichte eigentlich steuert, das Nicht-Einordnen-Können der Geschehnisse raubt diesem Buch viel von seiner Faszination und Spannung, fühlt man sich doch im seltsamen Kampfmodus von Suzette und Hanna völlig verloren.

Auch wenn diesem Thriller eine gute und faszinierende Idee zugrunde liegt, konnte Zoje Stage sich offensichtlich selbst nicht so recht entscheiden, was das Grundmotiv dieser Geschichte sein soll. Die wechselnde Erzählperspektive zwischen Suzette und Hanna macht es dem Leser nicht eben leichter, die wahren Hintergründe des Verhaltens der beiden zu durchschauen. Auch wenn „Unschuldsengel“ über ausreichend Gänsehaut-Momente verfügt und sich dem Leser hin und wieder die Nackenhaare aufstellen, hat die Autorin hier leider einiges an Potential verschenkt.

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