Der größte Spaß, den wir je hatten

Autor: Claire Lombardo
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28198-0
Erscheinungsdatum (D) 20.09.19 Erschienen 2019
Seiten 720
Übersetzung Sylvia Spatz

Der größte Spaß, den wir je hatten The Most Fun We Ever Had

Inhalt

Seit vierzig Jahren sind Marilyn und David Sorenson nun schon verheiratet – vierzig glückliche Ehejahre, in denen vier Töchter das Licht der Welt erblickten. Als Marilyn und David sich in den 1970er Jahren ineinander verliebten, lag eine verheißungsvolle Zukunft vor den beiden, alles schien möglich zu sein. Doch dann wurde Marilyn überraschend schwanger, und kaum war die kleine Wendy geboren, kündigte sich schon das nächste Kind an. Das gemeinsame Leben gestaltete sich etwas anders, als Marilyn und David das zunächst geplant hatten, und doch nahmen die beiden es so, wie es kam und freuten sich, dass ihre Familie allmählich größer wurde.

Nach vierzig gemeinsamen Jahren sind Marilyn und David immer noch glücklich miteinander, sind sich selbst genug und können nicht voneinander lassen. Jede ihrer vier zutiefst unterschiedlichen Töchter hingegen befindet sich in ihrem Leben gerade an einem Wendepunkt. Die viel zu früh verwitwete Wendy hat den Tod ihrer großen Liebe nie verkraftet, sie tröstet sich mit Alkohol und jungen Männern – vielen, sehr jungen Männern. Die einst erfolgreiche Prozessanwältin Violet ist nun Vollzeitmutter und kreist nur noch um die beiden Kinder und ihren Ehemann. Liza ist eine der jüngsten Professorinnen des Landes und bekommt ein Kind, von dem sie nicht weiß, ob sie es will und vor allem, ob sie mit dessen Vater noch zusammenleben möchte. Grace, das Nesthäkchen, bei dem immer alle Rat suchen, hat sich in eine Lügengeschichte verrannt, aus der sie nun nicht mehr alleine herauskommt. Diese so unterschiedlichen Schwestern sind sich aber in einer Sache einig: in ihrer nie richtig ausgesprochenen Angst, niemals so glücklich werden zu können, wie ihre Eltern das sind. Als dann allerdings Jonah in ihre Mitte platzt, der vor fünfzehn Jahren von Violet zur Adoption freigegeben wurde, verändert sich die Dynamik dieser Familie auf rasante Art und Weise…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Der größte Spaß, den wir je hatten“ ist einer dieser warmherzigen, humorvollen Familienromane, die einem während der Lektüre mit einem warmen, heimeligen Gefühl erfüllen und sämtliche Gefühlsnuancen zum Klingen bringen. Doch die äußerst originelle Frage, die Claire Lombardo in ihrem Roman mitschwingen lässt, ist die, wie Kinder das Glück ihrer eigenen Eltern aushalten sollen – und diese Frage beschäftigt auch den Leser immer wieder aufs Neue. Zutiefst fasziniert vom offensichtlichen Glück der beiden Protagonisten Marilyn und David, wird man Zeuge, wie diese Familie offensichtlich durch tiefe und echte Liebe zusammengehalten wird. Bei wem allerdings der Eindruck entsteht, es handle sich bei „Der größte Spaß, den wir je hatten“ um einen dieser kitschigen, vor Klischees nur so triefenden Familien-Seifenopern, der täuscht sich gewaltig. Auch bei der Familie Sorenson ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, vielmehr werden auch sie mit den täglichen Fallstricken und kleinen Tragödien konfrontiert, die jeder von uns zur Genüge kennt. Doch immer spürbar ist die Verbundenheit dieser Menschen, der unbedingte Zusammenhalt und das bedingungslose Füreinandereinstehen. Gekonnt schildert Lombardo die Zerreißprobe, vor die diese Familie mit dem Auftauchen eines verwaisten Teenagers gestellt wird und zeigt dabei auf, auf welch unterschiedliche Weise Menschen mit einer solchen Krise umgehen.

„Der größte Spaß, den wir je hatten“ ist die Chronik einer wunderbaren Ehe, aus der vier radikal verschiedene Menschen hervorgegangen sind. Auf äußerst liebe- und respektvolle Weise geht Claire Lombardo mit ihren Figuren um, sie beweist in der Zeichnung ihrer Charaktere ein großes Gespür für die unterschiedlichsten Facetten ihrer Mitmenschen und hat dabei Protagonisten erschaffen, die in all ihrer Vielschichtigkeit zutiefst überzeugen. Sie spart weder Höhen noch Tiefen im Leben dieser Menschen aus, verzichtet auf Schwarz-Weiß-Malerei und macht auf jeder Seite deutlich, wie sehr uns das Leben immer wieder aufs Neue zu überraschen versteht. „Der größte Spaß, den wir je hatten“ ist ein wundervoller, warmherziger und großartig geschriebener Debütroman, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen