Schatten der Toten

Autor: Elisabeth Herrmann
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3442313921
Erscheinungsdatum (D) 11.03.19 Seiten 672

Schatten der Toten

Inhalt

Judith Kepler ist Tatortreinigerin, eine Arbeit, die sicherlich nicht jeder machen kann. Abgesehen davon führt sie ein überschaubares, recht einsames Leben, das keine großen Höhen und Tiefen kennt. Sie ist am liebsten für sich, Kontakt mit anderen vermeidet sie, soweit sie kann. Zu tief sind ihre Verletzungen aus der Kindheit und Jugend. Maßgeblich schuld daran ist ihr Vater, der für den Geheimdienst arbeitet und derzeit unter dem Namen Bastide Larcan agiert, jedoch weiß Judith nicht, wo er lebt und was er tut. Es ist ihr eigentlich auch herzlich egal, denn die letzte Begegnung mit ihm war mehr als ernüchternd gewesen.
Doch wie das Leben so spielt, es soll keine Ruhe geben in Judiths Leben. Zum einen muss sie aufgrund einer schweren Krankheit ihres Chefs die Leitung der Reinigungsfirma übernehmen und zum anderen tauchen wieder Menschen aus ihrer Vergangenheit auf, denen sie lieber nicht mehr begegnet wäre. Und ehe sie es sich versieht, nimmt die nächste Geschichte ihren Lauf und die Schatten der Vergangenheit greifen erneut nach ihr. Wieder muss sie einen Weg gehen, den sie eigentlich nicht gehen will und wieder weiß sie nicht, was sie am Ende dieses Weges erwartet.

Buchkritik von Angelika  Koch

Zu Anfang des Buches ist es für den Leser etwas schwierig, in die Geschichte um diese mehr als interessante Protagonistin einzutauchen. Wie schon im Vorgänger dieses Bandes schmeißt die Autorin nur so mit geheimdienstlichen Begriffen und Zusammenhängen um sich, deren Hintergrund sich dem „normalen“ Leser nicht unbedingt erschließen. Das macht den Start etwas mühsam, zumal man als Leser weiß, dass das Buch mit seinen über 500 Seiten eine lange Lektüre werden wird. Doch im Laufe der Zeit tritt die Geschichte Judiths immer mehr in den Vordergrund, wird immer ergreifender und spannender, sodass die Lücken, die das Nichtwissen des Lesers bilden, gut übersprungen werden können.
Sicherlich kann man sich kaum vorstellen, dass es Menschen wie Judith Kepler gibt, die mit solch einem Mut und solch einer Stärke ausgestattet sind, man kann sich auch kaum vorstellen, dass es Menschen wie Eva Kellermann, eine weitere Protagonistin des Buches, gibt, die zum Zwecke ihrer eigenen persönlichen Zielerreichung buchstäblich über Leichen gehen. Und man kann sich kaum vorstellen, welche unmenschliche Härte, welche Opfer, die Arbeit für den Geheimdienst fordern. Dennoch, all diese Dinge gibt es und Elisabeth Herrmann verknüpft all das zu einem schlussendlich hervorragenden Thriller, der den Leser trotz aller Widrigkeiten mit sich nimmt. Die Puzzleteile des Plots werden Stück für Stück zusammengefügt und ergeben am Ende ein schlüssiges Bild, das der Leser verstehen kann. Schriftstellerisch eine hervorragende Arbeit!

Von Judith Keplers Schicksal handeln folgende Bücher:
Zeugin der Toten
Stimme der Toten
Schatten der Toten

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen