Der Oktobermann

Autor: Ben Aaronovitch
Genre: Krimi
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423218054
Erscheinungsdatum (D) 20.09.19 Erschienen 2019
Seiten 208
Übersetzung Christine Blum

Der Oktobermann The October Man

Inhalt

„Nachdem ich mit sieben den Traum, Astronaut zu werden, begraben hatte, mit neun den vom Profifußball und schließlich mit vierzehn auch den von der Karriere als Rockmusiker, beschloss ich in die Fußstapfen meines Vater zu treten und zur Polizei zu gehen.“
Und genau hier ist Tobi Winter nach wie vor. Mittlerweile schon etwas älter und zwischenzeitlich auch in einer Spezialeinheit des BKA. Genauer gesagt, ist er bei der Truppe für „Komplexe und diffuse Angelegenheiten“ kurz KDA. Die britischen Kollegen sagen dazu auch gerne mal „abstruser Scheiß“ und das trifft es auch so ziemlich genau. Denn Otto Normalverbraucher denkt bei Verbrechern zwar an Mörder, Diebe und Erpresser, aber wahrscheinlich weniger daran, dass diese dann Geister oder Flussgottheiten sind und keine Menschen. Wenn beides zusammenkommt, dann ist Tobi am Start. Bundesweit. Sein aktueller Fall führt ihn nach Trier. Unterstützung bekommt er diesmal von der örtlichen Kollegin Frau Sommer, die bei den Ermittlungen gleich in die Vollen geht und damit ganz schön anstrengend wird. Am liebsten wäre es Tobi Winter ja, wenn sich der Fall als „ganz normaler“ Mord entpuppen würde, doch dann gibt es nicht nur eine Leiche, sondern auch die Flussgöttin der Mosel ist verschwunden. Also doch ein Einsatz für das KDA…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Mit der Tobi-Winter-Story „Der Oktobermann“ bringt Ben Aaronovitch sein „Flüsse“-Universum nach Deutschland. Das freut den geneigten Peter Grant-Fan natürlich, und tatsächlich ist der Fall, den Tobi Winter hier mit seiner Kollegin Vanessa Sommer löst, durchaus unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Ben Aaronovitch versteht sein Erzählerhandwerk schließlich. Der „Oktobermann“ zeigt an allen Ecken sein Potential, doch auf knapp 200 Seiten gelingt dem Autor dann doch nicht das Kunststück eines gleichwertigen Äquivalents zu Peter Grant und der britischen Truppe. Dafür bleiben die Figuren zu oberflächlich gezeichnet und haben auch zu wenig Zeit, sich zu entfalten. Auch der Humor würde noch eine ganze Portion mehr Schwärze vertragen. Natürlich ist ein „deutscher“ Ableger der britischen Erfolgskrimis ein Balanceakt: Eine bloße Kopie wäre zu langweilig und lahm, für eine absolut zündende eigene Erzähllinie ist der Umfang zu gering. So wirkt alles insgesamt (noch) etwas mit angezogener Handbremse erzählt. Das hat zur Folge, dass man diese Tobi-Winter Story nett findet, aber auch nicht mehr. Doch wer weiß? Vielleicht erhalten Winter und Sommer ja die Chance, einmal „in voller Länge“ zu ermitteln. Dann ist hier bestimmt noch so einiges möglich!

"Der Oktobermann" spielt in Ben Aaronovitchs "Flüsse von London"-Universum. Die Tobi-Winter-Story ist eine Ergänzung zur Haupterzählung rund um den britischen Ermittler Peter Grant.

Alle Fälle von Peter Grant:
Die Flüsse von London
Schwarzer Mond über Soho
Ein Wispern unter Baker Street
Der böse Ort
Fingerhut-Sommer
Der Galgen von Tyburn
Die Glocke von Whitechapel

Weitere Geschichten rund um Peter Grant:
Geister auf der Metropolitan Line


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