Nemesis

Autor: Jilliane Hoffman
Genre: Thriller
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-805-25072-6
Erscheinungsdatum (D) 26.03.19 Erschienen 2016
Seiten 528
Übersetzung Sophie Zeitz und Katharina Naumann

Nemesis Nemesis Rising

Inhalt

„Spiel ohne Grenzen“ - solch einen harmlos anmutenden Namen trägt ein Forum im Internet. Genauer gesagt im Darknet. Hier zahlen Männer und Frauen Unsummen, um sogenannte „snuff videos“ anschauen zu können, bei denen ahnungslose Frauen vor laufender Kamera live gefoltert und schlussendlich getötet werden. Als die grausam zugerichtete Leiche einer solchen „Kandidatin“ gefunden wird, dauert es nicht lange, bis Staatsanwältin C.J. Townsend erkennt, worum es sich hier handelt. Prekäres Detail: C.J. kennt durch vorherige Ereignisse die Namen von 13 Männern, die sich in diesem Forum tummeln, aber sie kann sie nicht nutzen, denn an dieses Wissen kam sie auf eine Art und Weise, die es ihr nicht erlaubt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
Aber C.J. weiß auch, dass sie handeln muss, dass sie unbedingt etwas tun muss, um diesen Männern Einhalt zu gebieten. Und noch bevor sie richtig darüber nachdenken kann, wie sie das bewerkstelligen soll, verschwindet wieder eine junge Frau...

Buchkritik von Angelika  Koch

Das Darknet ist in letzter Zeit immer öfter ein Thema in den Medien, denn hin und wieder gelingt es den Ermittlern, weltweit solche Foren auszuheben. Leider jedoch muss man davon ausgehen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist. Im Darknet ist alles zu kriegen, und die sogenannten „snuff videos“ sind wohl das Übelste, was man sich vorstellen kann. Aber eigentlich will man sich so etwas gar nicht vorstellen, man möchte nicht mit den tiefsten Abgründen der Menschheit konfrontiert werden, am liebsten nie etwas davon hören oder lesen. Deswegen ist es ratsam, sich gut zu überlegen, ob man dieses Buch zur Hand nehmen will oder lieber nicht.
Wenn es aber darum geht, Nemesis zu bewerten, kommt man – trotz des grausamen Inhaltes – zu dem Schluss, dass Jilliane Hoffman eine ausgezeichnete Autorin ist, die eine Meisterin der Spannung genannt werden kann. Der eigene juristische Hintergrund der Autorin verschafft dem Plot eine enorme Dichte und Authentizität. Im Laufe der Geschichte werden auch von der Protagonistin immer wieder Grenzen überschritten, über deren Existenz niemand wirklich nachdenken möchte. Bei der Lektüre muss der Leser erkennen, wie sich diese Grenzen verwischen können, wie Begriffe wie Gut und Böse ineinander verschwimmen, obwohl man das gerne klar abgetrennt hätte.
„Nemesis“ ist ein schier unerträgliches, aber dennoch ausgezeichnetes Buch, auch hier verschwimmen die Grenzen eindeutig. Hat man jedoch einmal damit angefangen, lässt es einen nicht mehr los, und es zwingt den Leser bis zum Schluss durchzuhalten.

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