Die 48 Briefkästen meines Vaters

Autor: Lorraine Fouchet
Genre: Roman
Verlag: Altantik
ISBN: 978-3455005424
Erscheinungsdatum (D) 06.05.19 Erschienen 2019
Seiten 304
Übersetzung Katrin Segerer

Die 48 Briefkästen meines Vaters Poste restante à Locmaria

Inhalt

Chiara ist eine junge Frau und führt ein ziemlich tristes Leben. Das scheint logisch, denn ihre gesamte Kindheit und Jugend war geprägt von einer tristen Erziehung, einer kalten, lieblosen Mutter, die all die Jahre damit beschäftigt war, ihrem Mann nachzutrauern, der kurz nach der Hochzeit tragisch zu Tode gekommen war. Chiara blicken nur all die Bilder eines Vaters von den Wänden an, den sie nie kannte und der von allen glorifiziert wird.
Umso härter trifft es Chiara, als sie erfährt, dass es sein kann, dass ihr Vater vielleicht doch nicht ihr Erzeuger war, sondern ein bretonischer Matrose. Kurzerhand beschließt sie, ihren Job in Rom hinzuschmeißen, alle Zelte abzubrechen und auf die Insel Croix zu reisen, um ihren eventuellen Vater zu finden. Doch sie weiß so gut wie gar nichts über ihn und den Namen, den er hatte, gibt es zuhauf. Da kommt ihr das Angebot, eine Krankheitsvertretung als Inselbriefträgerin zu machen, mehr als recht, denn die Briefkästen erzählen ihre eigenen Geschichten …

Buchkritik von Angelika  Koch

Lourraine Fouchet erzählt hier eine zauberhafte Geschichte in einer zauberhaften Sprache, man kann als Leser nicht umhin, sich mit auf Chiaras Reise zu begeben und mit allen Gefühlen und Wahrnehmungen in diese Suche mit einzutauchen. Was vielleicht erst mal wie seichte Urlaubslektüre anmutet, entpuppt sich als wahrer Schatz, als Lesevergnügen der ganz besonderen Art. Die Charaktere, das Leben auf der Insel, die Geschehnisse – alles wird von der Autorin so überaus leidenschaftlich und authentisch erzählt, dass es für den Leser kein Entkommen gibt. Sollte das Wort Urlaub mit diesem Buch in einen Zusammenhang gebracht werden, dann nur, weil man es am besten an einem Urlaubstag komplett lesen sollte.
Abgesehen von der Geschichte um Chiara selbst, hat „Die 48 Briefkästen meines Vaters“ auch viel mit Identität, Herkunft und dem Gefühl für sich und das eigene Leben zu tun. Damit, dass Dinge auch mal irgendwann abgeschlossen werden müssen, dass das Warten und Hoffen und Bangen mal zu Ende gehen müssen, um wieder nach Vorne sehen zu können, um einen Neuanfang zu wagen und dem Leben wieder eine Chance zu geben. All das führ dazu, dass der Leser auch nach Ende der Lektüre schmunzelnd vor sich hin sinniert und über das eigene Leben nachdenkt und darüber, was vielleicht auch hier endlich mal ad acta gelegt werden sollte.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen