Das Schweigemädchen

Autor: Elisabeth Norebäck
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42280-3
Erscheinungsdatum (D) 14.01.19 Erschienen 2017
Seiten 480
Übersetzung Daniela Stilzebach

Das Schweigemädchen Säg att du är min

Inhalt

Stella und Daniel sind blutjung, als ihre kleine Tochter Alice zur Welt kommt. Während eines Kurzurlaubs am Meer verschwindet die kleine Alice spurlos. Nur für einen kurzen Moment ist Stella unaufmerksam und findet dann nur noch den umgekippten Kinderwagen vor – von der kleinen Alice fehlt jede Spur. Nach einer ergebnislos verlaufenen Suchaktion weist alles darauf hin, dass die Kleine ertrunken ist. Alice wird für tot erklärt, und Stellas und Daniels Leben bricht auseinander.

Zwanzig Jahre später scheint Stella ihr Leben wieder im Griff zu haben. Sie hat wieder geheiratet und ihr und Henriks Sohn Milo ist ein aufgeweckter Teenager. Stella arbeitet als Psychotherapeutin in einer Praxis und ist mit ihrem Leben ganz zufrieden – obwohl sie sich nach wie vor sicher ist, dass Alice lebt. Eines Tages erscheint eine junge Frau zur Gruppentherapie bei ihr, und vom ersten Moment an ist Stella sich sicher, dass es sich bei dieser Isabelle in Wirklichkeit um ihre verschollene Tochter handelt. Natürlich ist ihr klar, dass sie die junge Frau nicht mit ihrer Erkenntnis konfrontieren darf, um sie nicht zu verschrecken, aber sie ist fest entschlossen, Isabelle für sich zu gewinnen. Stella beginnt, Nachforschungen anzustellen und sich immer weiter auf gefährliches Terrain zu begeben. Denn die Menschen, die ihr am nächsten stehen, glauben ihr nicht – und irgendwo im Verborgenen lauert jemand, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Von der ersten Seite an gelingt es der Schwedin Elisabeth Norebäck, ihre Leser in den Bann dieser unheimlichen, mysteriösen und zugleich tragischen Geschichte zu ziehen. „Das Schweigemädchen“ erzählt von der unsäglichen Qual, die Eltern durchleben müssen, wenn sie ein Kind verlieren. Norebäck gewährt erschütternde Einblicke in die gemarterte Seele einer Mutter, die von Schuldgefühlen und unendlicher Sehnsucht getrieben ist. Die Tragödie, die ihre Hauptfigur durchlebt hat, verpackt die Autorin in einen unglaublich fesselnden und Gänsehaut erzeugenden Thriller, der mit atemberaubenden Wendungen zu punkten weiß. Norebäcks Gespür für die leisen Zwischentöne, die dunklen Abgründe hinter scheinbar perfekten Fassaden und das Grauen, das unter augenscheinlicher Normalität lauert, bildet den Grundboden für diesen fantastischen Thriller.

Mit sicherer Hand zeichnet die Autorin ihre Charaktere, allen voran Stella, die Hauptfigur, die erleben muss, wie die Menschen, die ihr am nächsten stehen, allmählich an ihrem Verstand zu zweifeln beginnen. Die Einsamkeit und schreckliche Verzweiflung, die diese Figur umgeben, transportiert Norebäck eins zu eins zum Leser und erzeugt so eine eigenartige Stimmung, der man sich kaum entziehen kann. Überhaupt ist dieser Thriller geprägt von dichter, Gänsehaut erzeugender Atmosphäre, dunklen Andeutungen und großartigen Twists, die die Spannung zunehmend ins Unerträgliche steigern. Es gelingt Elisabeth Norebäck, ihre Geschichte zielstrebig in eine Richtung zu lenken, die so völlig unerwartet ist, dass man ganz einfach den Atem anhalten muss. Das fulminante Finale setzt diesem Thriller die Krone auf und lässt einen „Das Schweigemädchen“ am Ende mit einem befriedigten Seufzer zur Seite legen.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen