The Wife. Schütze, wen du liebst

Autor: Hollie Overton
Genre: Roman
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48807-0
Erscheinungsdatum (D) 15.04.19 Erschienen 2017
Seiten 478
Übersetzung Karin Diemerling

The Wife. Schütze, wen du liebst The Walls

Inhalt

Kristy Tucker arbeitet im Todestrakt eines Hochsicherheitsgefängnisses – ein Job, auf den sie zwar nicht stolz ist, der sie aber in die Lage versetzt, für ihren Sohn Ryan und ihren kranken Vater zu sorgen. Als alleinerziehende Mutter ist es für Kristy manchmal schwer, die Verantwortung für alles allein zu übernehmen und allen Anforderungen gerecht zu werden. Als sie Lance Dobson, den Sportlehrer ihres Sohnes, kennen lernt, ist sie von dem attraktiven, sympathischen Mann, der genau zu wissen scheint, was richtig ist im Leben, zutiefst beeindruckt. Aus der anfänglichen Freundschaft wird schnell Liebe, und als der charmante Lance sie bittet, seine Frau zu werden, muss Kristy nicht lange überlegen. Endlich sieht es so aus, als würde sich das Blatt für Kristy und ihre Familie wenden, Lance scheint sie nicht nur zu vergöttern, er versteht sich außerdem blendend mit Ryan und ihrem Vater.

Doch nach der Hochzeit zeigt Lance sehr schnell sein wahres Gesicht – er entpuppt sich als regelrechter Sadist, der über alles und jeden die Kontrolle haben will. Ohne dass Ryan oder ihr Vater es bemerken würden, macht er Kristy von nun an das Leben zur Hölle und misshandelt sie sowohl seelisch als auch körperlich. Doch dann macht Lance den Fehler, Kristys Vater und Ryan zu bedrohen. Lange genug arbeitet Kristy nun schon in einem Umfeld, das von Mördern und skrupellosen Verbrechern besiedelt ist. Von ihnen hat sie alles über Mord und Totschlag gelernt – und die verzweifelte Frau ist bereit, alles zu tun, um ihre Familie zu schützen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Hollie Overton entwirft in ihrem Roman „The Wife. Schütze, wen du liebst“ ein Szenario, das unglaublich beklemmend und düster ist. Auch wenn man schon im Vorfeld weiß, worauf die Romanze zwischen Lance und Kristy hinauslaufen wird, lässt man sich dennoch zu Anfang von Lance’ charmanter und freundlicher Art täuschen – und hofft entgegen aller Wahrscheinlichkeit, es möge doch alles gut ausgehen für Kristy und ihre Familie. Es gelingt Overton, eine trügerische Idylle zu erschaffen – um diese mit dem Tag der Hochzeit von Lance und Kristy abrupt zu beenden. Die gewalttätigen Szenen, in denen eine scheinbar selbstbewusste Frau sich aufs Übelste demütigen und misshandeln lässt, sind stellenweise schwer zu ertragen und lassen im Leser den dringenden Wunsch erwachsen, diese Frau möge endlich aufstehen und sich wehren – und das tut sie dann auch!

Ganz allmählich bekommt der Leser Einblick in Kristys perfiden und zugleich so verzweifelten Plan – und ist dabei in jeder Sekunde bei dieser Frau, die nicht dulden will, dass ihre Liebsten bedroht werden. Hin und wieder wirkt das Ganze etwas arg dick aufgetragen, wodurch die Geschichte etwas von ihrer Glaubwürdigkeit einbüßt. Hinzu kommt, dass Kristys Plan die eine oder andere Lücke aufweist und Hollie Overton sich bei der Inszenierung des Befreiungsschlags ihrer Protagonistin etwas zu sehr auf den Zufall verlässt. Dennoch ist es ein regelrechter Genuss, Zeuge zu werden, wie diese starke Frau zum Gegenschlag ausholt. Der Roman entwickelt im Verlauf der Handlung eine regelrechte Sogwirkung und lässt den Leser am Ende erschöpft aber durch und durch zufrieden zurück.

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