Das Echo der Wahrheit

Autor: Eugene Chirovici
Genre: Roman
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31450-8
Erscheinungsdatum (D) 11.03.19 Erschienen 2018
Seiten 320
Übersetzung Silvia Morawetz, Werner Schmitz

Das Echo der Wahrheit Bad Blood

Inhalt

Der Multimillionär Joshua Fleischer ist schwer erkrankt und weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Doch trägt er eine schwere Bürde mit sich herum, von der er sich befreien möchte, ehe er stirbt: Fleischer hat Angst, den Tod einer jungen Frau verschuldet zu haben, mit der er vor langer Zeit einen Abend in einem Pariser Hotelzimmer verbracht hat. Um sein Gewissen zu erleichtern und endlich Gewissheit über die wahren Ereignisse von einst zu erhalten, nimmt er Kontakt mit dem renommierten New Yorker Psychiater Dr. James Cobb auf. Da Fleischers Erinnerungen nur bruchstückhaft sind, hofft er, dass es Cobb während einer Hypnosebehandlung gelingen möge, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Der Multimillionär bittet Cobb eindringlich, einige Tage auf seinem Anwesen in Maine zu verbringen. Der Psychiater folgt Fleischers Einladung und trifft einen vom Tode gezeichneten Mann an, dessen Geschichte ihn fasziniert und auf eigentümliche Weise fesselt.

Auch als Cobb längst wieder in New York ist, lässt ihn Fleischers Schicksal nicht los, und er beginnt auf eigene Faust in dem alten Fall zu recherchieren. Immer tiefer wird er hineingezogen in eine tragische und tieftraurige Geschichte, die ihn bald schon die Grenze zwischen Realität und Fiktion vergessen lässt. Ohne zu wissen, wie ihm geschieht, wird Cobb mit den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Auf unglaublich faszinierende Weise gelingt es Eugene Chirovici mit seinem Roman „Das Echo der Wahrheit“ Wahrheit und Lüge, Phantasie und Realität miteinander zu verweben und seine Leser in ein regelrechtes Labyrinth zu entführen. Immer wieder findet man sich in einem unheimlichen Spiegelkabinett wieder, weiß nicht mehr, wo Traum und Wirklichkeit ineinander fließen und wo die Wahrheit endet und die Lüge beginnt. Auf eindringliche Weise befasst Chirovici sich mit der Frage, wie glaubhaft unsere Erinnerungen tatsächlich sind und welche Macht sie auf unser aller Leben ausüben. Nichts ist hier wie es zunächst einmal erschien, und am Ende fragt man sich fassungslos, wie man aus diesem süchtig machenden Sog, den Chirovicis Roman erzeugt, jemals wieder befreien soll.

Wie schon bereits in seinem vorigen Roman „Das Buch der Spiegel“ ist für den Autor auch hier nicht die Frage entscheidend, was in jener Nacht in Paris tatsächlich geschah, sondern vielmehr, wie sich die Geschichte aus der jeweiligen Sicht der unterschiedlichen Protagonisten darstellt. Immer wieder fühlt man sich während der Lektüre an David Finchs doppelbödigen Kultfilm „Mulholland Drive“ erinnert, erscheint einem Eugene Chirovicis mysteriöse Geschichte doch wie ein zu Papier gebrachter Film Noir. „Das Echo der Wahrheit“ ist ein brillant konstruierter Spannungsroman, der mit undurchschaubaren Charakteren und meisterhaften Dialogen zu punkten weiß.

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