Spätsommermord

Autor: Anders de la Motte
Genre: Krimi
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-30625-3
Erscheinungsdatum (D) 01.03.19 Erschienen 2017
Seiten 528
Übersetzung Marie-Sophie Kasten

Spätsommermord Höstdad

Inhalt

Sie sind „friends forever“: Alex, Carina, Bruno, Marie und Simon zelten im August 1990 an einem stillgelegten Steinbruch in Südschweden. Sie feiern, dass die Schulzeit nun endlich hinter ihnen liegt und wollen ein letztes Mal in diesem Sommer im See baden. Sie alle freuen sich auf das echte, wahre Leben, das nun endlich vor ihnen liegt. Als der Morgen graut, finden Alex, Carina, Bruno und Marie ihren Freund Simon tot im Wasser treiben. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass es sich um einen tragischen Unfall unter Drogen- und Alkoholeinfluss handelt. Der Fall wird zu den Akten gelegt, und das Leben im kleinen Ort Nedanås geht weiter – nur nicht für Simons Eltern Elisabet und Karl-Johan Vidje, die beide davon überzeugt sind, dass Simons Tod kein Unfall gewesen sein kann.

Siebenundzwanzig Jahre später tritt Anna Vesper von der Mordkommission Stockholm ihren Dienst in Nedanås an. Sie hofft, hier untertauchen zu können und einer ganz persönlichen Tragödie zu entkommen. Zusammen mit ihrer Tochter Agnes mietet sie sich in Tabor, einem wunderschön gelegenen Haus, das Elisabet und Karl-Johan Vidje gehört, ein. Kaum hat Anna ihren Dienst angetreten, ereignet sich ein neuer, äußerst makabrer Todesfall, der in Verbindung zu den Ereignissen damals im Steinbruch zu stehen scheint. Als Anna die Ermittlungen aufnimmt, muss sie erkennen, dass sie damit einer äußerst einflussreichen Person in Nedanås auf die Füße tritt – und offensichtlich nicht nur einer der Einwohner von Nedanås verhindern will, dass der alte Fall wieder aufgerollt wird…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Wie bereits in seinem Kriminalroman „Sommernachtstod“ verwebt der schwedische Autor Anders de la Motte in „Spätsommermord“ tragische Ereignisse aus der Vergangenheit mit der Gegenwart und lässt hieraus einen atmosphärisch dichten Krimi entstehen. Vor allem zu Beginn der Erzählung sorgt der schnelle Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit dafür, dass es immer wieder Unterbrüche im Spannungsfluss gibt und man schnell den Faden verliert. Doch im Verlauf der Geschichte gelingt es de la Motte, die Spannung stetig zu steigern und für Gänsehaut beim Leser zu sorgen. Das Rätsel um Simons Tod, die Hintergründe der engen Freundschaft der fünf Jugendlichen und der verzweifelte Versuch der vier Überlebenden, ein dunkles Geheimnis zu bewahren, bilden den rätselhaften Mittelpunkt dieses stimmungsvollen Krimis, der immer weitere, spannende Fragen aufwirft und beim Leser für permanentes Kopfzerbrechen sorgt.

Doch nicht nur der knifflige Fall, in dem Anna Vesper ermittelt, treibt den Leser um, sondern auch der dunkle Fleck in ihrer Vergangenheit, vor dem sie verzweifelt davonzulaufen versucht. Auch hier ergeht sich Anders de la Motte nur in vagen Andeutungen, wirft seinen Lesern klitzekleine Häppchen zu, um ihnen damit nur immer wieder Lust auf mehr zu machen. Das alles, verbunden mit Annas nicht einfachem Verhältnis zu ihrer Tochter, ergibt ein rundes und stimmiges Gesamtbild. Mit einem untrüglichen Gespür für die dunklen Grautöne der Seele, entwirft der Autor hier das tragische Bild menschlicher Verstrickungen, die schließlich an die finstersten Abgründe führen. „Spätsommermord“ ist ein durchaus gelungener und fesselnder Krimi, der mit überzeugend gezeichneten Charakteren und stimmungsvollen Schauplätzen zu punkten weiß.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen