Ash Princess

Autor: Laura Sebastian
Genre: Jugendbuch
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16522-5
Erscheinungsdatum (D) 24.09.18 Erschienen 2018
Seiten 508
Übersetzung Dagmar Schmitz

Ash Princess

Inhalt

Theo ist noch ein kleines Mädchen, unschuldig und behütet, als ein mächtiger Kaiser ihre Mutter, die Fire Queen, ermordet und das ganze Land an sich reißt. Das ist viele Jahre her, und seitdem lebt die ehemalige Prinzessin als Geisel in der Stadt, in der sie glückliche Kindheitstage verbracht hat. Sie ist Folter und Missbrauch ausgesetzt und immer auf der Hut, was der Kaiser wohl als nächstes mit ihr vorhat. Doch so langsam verändert sich der verletzte Teil von Theo und sie beginnt tatsächlich über Rache nachzudenken. Sie hat, dank einiger überraschender Gefährten, auch schnell einen Plan, wie sie den Kaiser überrumpeln kann. Und der Schlüssel liegt ganz nah: Im Herzen des Kaisers Sohn...

Buchkritik von Thomas  Ays

Es ist Laura Sebastians Debüt im Jugendbuchverlag cbj und dank eines höchst ansprechenden Covers und des dazugehörigen Klappentextes macht dieser Ausflug ins Fantasy-Jugendgenre auch richtig viel Lust. Doch die vergeht schneller, als es einem lieb ist. Gefühlt in jedem neuen Kapitel schwadroniert die Prinzessin, entweder in Gedanken oder in Dialogen, darüber, welches schwere Schicksal sie doch trägt, wie furchtbar ihr Leben bisher war, welche großen Ängste sie hat und wie überhaupt ganz schrecklich alles ist. Das mag ja alles so sein, die penetrante Opferhaltung der Protagonistin führt aber zu fast schon körperlich schmerzenden Augenrollern beim Leser. Es fehlt Sebastian, sich auf eine tiefer angelegte Art und Weise dem Schmerz ihrer Theo zu nähern. Dem Leser immer und immer und immer wieder das Schicksal ihres Volkes aufs neue aufzubürden, trägt nicht dazu bei, dass man so etwas wie Spannung oder gar Mitgefühl entwickelt, man will es eher schnell hinter sich bringen.
Doch es ist nicht alles derart düster, wie es den Anschein macht. Die Grundidee ist durchaus gelungen, die Handlungselemente gut zusammengesetzt und auch die Nebenfiguren, wie Blaise und der edle Prinz, wenn auch sehr stereotyp, entstehen durchaus authentisch im Kopf des Lesers. Am Ende reicht das aber nicht, um aus "Ash Princess" einen spannenden Ausflug ins vielbefahrene Genre zu unternehmen. Zu viele Fehler macht die Autorin, anstatt sich von scheinbar festgelegten Jugendbuchfesseln zu lösen. Stattdessen hätten wir uns weniger Drama und mehr Frauenpower gewünscht.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen