Paradies

Autor: Amelie Fried
Genre: Roman
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-27047-3
Erscheinungsdatum (D) 01.10.18 Seiten 432

Paradies

Inhalt

Das Hotel Paradiso auf einer spanischen Insel verspricht eine herrliche Seminarwoche mit Selbsterfahrung, Körperarbeit, Meditation und Yoga. Eine Auszeit vom Alltag lockt unter anderem vier unterschiedliche Frauen mit vier unterschiedlichen Lebensgeschichten dorthin.
Petra, Suse, Anka und Jenny treffen somit aufeinander und erleben die wohl denkwürdigste Woche ihres Lebens. Nach dieser Woche wird für keine mehr das Leben so sein, wie es vorher war. Alle sorgfältig aufgebauten Lebenskonzepte und auch -lügen werden innerhalb dieser Woche zu Staub zerfallen. Denn alles kommt ganz anders als geplant.
Während bereits die Emotionen innerhalb der Gruppe hochkochen, braut sich auch noch ein Sturm über der Insel zusammen und lässt den Teilnehmern keine Ausweichmöglichkeit. Derart aufeinander fokussiert, kommen Dinge ans Tageslicht, von denen keiner eine Ahnung hatte, sorgsam aufgebaute Mauern fallen, Lügen werden enttarnt und Schicksale prallen aufeinander.
Das, was sich alle von diesem Urlaub erhofft hatten, gerät in den Hintergrund, und die Folgen dieser Woche werden für alle dramatisch sein ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Man könnte durchaus behaupten, dass „Paradies“ ein Frauenroman ist. Hier findet sich jede Leserin wieder – vielleicht nur in einer der Protagonistinnen, vielleicht aber auch in mehrereren. Erstaunlich frisch und locker beschreibt die Autorin die Entwicklung auf der Insel. Gefühlvoll und dennoch schonungslos erzählt sie die Geschichten der Teilnehmerinnen und lässt am Ende keine Frage offen. Auch wenn die Sprache nicht unbedingt literarisch hochwertig ist, so ist sie dennoch nicht trivial. Der Erzählstil sorgt dafür, dass das immerhin über vierhundert Seiten umfassende Buch in null Komma nichts verschlungen wird.
Auch, wenn das Wort „authentisch“ allzu oft bemüht wird, es trifft hier einfach zu. Die Charaktere glänzen damit und auch der Plot selbst verursacht zwar sicherlich keine schlaflosen Nächte, hält den Leser bzw. die Leserin aber vom Anfang bis zum traurigen Ende bei der Stange. Wie oft man sich hier wiederfindet, kurz einhalten und über sich selbst nachdenken muss, das ist zum einen erfrischend, zum anderen aber auch denkwürdig. Allzu oft muss man aber auch herzhaft lachen, weil die Autorin es versteht, Situationskomik entstehen zu lassen und manches auch einfach nicht zu ernst zu nehmen.
„Paradies“ ist eines jener Bücher, die man nach der Lektüre mit einem Schmunzeln und mit gleichzeitig ernster Miene in das Regal stellt. Es hinterlässt einen Nachhall, der einen noch einige Zeit begleiten wird und das schaffen nicht viele Romane. Danke an Amelie Fried für die schönen Lesestunden und die nachträgliche Freude an diesem Buch.

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