Der Insasse

Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-28153-6
Erscheinungsdatum (D) 24.10.18 Seiten 384

Der Insasse

Inhalt

Till Berkhoff ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Vor einem Jahr ist sein Sohn, Max, spurlos verschwunden. Der Täter ist gefasst, befindet sich in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Einrichtung und – schweigt sich aus darüber, wo Max' Leiche ist. Aber genau das will Till so unbedingt wissen, damit er endlich abschließen kann mit dem Grauen, das ihn jeden Tag auffrisst. Längst schon hat ihn seine Frau mit der gemeinsamen Tochter verlassen, er quält sich jeden Tag von Neuem durch sein Leben, das kein Leben mehr ist, sondern nur noch eine Aneinanderreihung von Tagen, die er im Delirium verbringt.
Aber eines Tages, als sein Schwager, der Polizist ist und an der Suche nach Tills Sohn beteiligt war, mitteilt, dass die Ermittlungen eingestellt werden, als es für Till nicht mehr schlimmer kommen kann, packt ihn eine aberwitzige Idee: Sein Schwager soll ihm helfen, mit einer anderen Identität in die Psychiatrie eingewiesen zu werden. Dort will er dem Serientäter nahe kommen, ihn dazu zwingen, ihm die Wahrheit zu sagen. Egal, wie grausam diese sein mag.
Und tatsächlich, Till gelingt es, seinen Schwager davon zu überzeugen und innerhalb kürzester Zeit befindet sich Till dort, wo er sein wollte. Doch die Dinge laufen völlig anders, als er sich das gedacht hatte und das Grauen findet noch längst kein Ende.

Buchkritik von Angelika  Koch

Zuverlässig und sicher wie immer hat Sebastian Fitzek hier wieder ein Buch „rausgehauen“, das den Leser erneut in seinen Bann zieht, das ihn dazu zwingt, alles stehen und liegen zu lassen, um so schnell wie möglich durch die Geschichte zu hecheln, atemlos und erwartungsvoll. Wie es der Autor immer wieder schafft, solche Handlungsabläufe zu kreieren, bleibt dem Leser ein Rätsel.
Wieder wartet Fitzek mit einer aberwitzigen Geschichte auf, wieder mit einem Protagonisten, der völlig aus der Bahn geworfen wurde und nur noch ein Spielball der Geschehnisse zu sein scheint. Die Verwirrung und Verzweiflung des Akteurs sind auch in diesem Buch fast mit den Händen zu greifen. Stück für Stück entblättert sich hier das Zerstörte an einer menschlichen Seele, die Abgründe, die diese bereithalten und die verzweifelte Suche nach der Wahrheit, die aber im Endeffekt nicht zu ertragen ist.
Till Berkhoff ist einem schnell ans Herz gewachsen und man wünscht sich so sehr, dass sein Plan gelingen mag, dass man kleine Unstimmigkeiten genauso übersieht wie Till selbst. Und so wird der Leser zusammen mit dem Protagonisten auf die falsche Fährte geführt, hin und her geworfen, durchgeschüttelt und am Ende wieder ausgespuckt. Und dann ist nichts mehr, wie es am Anfang war, denn auch in „Der Insasse“ sind grundlegende Voraussetzungen völlig anders als erwartet. Nach der Lektüre dieses Buches bleibt – wie immer bei Fitzek – das Bedauern darüber, dass es schon wieder vorbei ist. Und wieder wartet man geduldig und voller Spannung auf das nächste Buch aus der Feder des Erfolgsautors.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen