Drei Frauen am See

Autor: Dora Heldt
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-26206-4
Erscheinungsdatum (D) 31.08.18 Seiten 576

Drei Frauen am See

Inhalt

Vier Freundinnen sitzen im Sommer kurz nach ihrem Abitur am See und überlegen, wie ihr Leben wohl in 30 Jahren aussehen mag. Das scheint noch so lange hin, aber sie wollen ihre Gedanken festhalten und jede von ihnen schreibt auf, was die anderen in 30 Jahren ihrer Meinung nach machen werden. Einer Sache aber sind sich alle vier absolut sicher: Sie werden in dieser fernen Zukunft auf jeden Fall noch immer beste Freundinnen sein und werden sich weiterhin mindestens einmal im Jahr – an Pfingsten – im Haus am See, das Maries Familie gehört und in dem sie so unendlich viele wunderbare Ferien verbracht haben, treffen.
Doch wie die Zeit so dahinrast, ändert sich vieles, und als die 30 Jahre tatsächlich vorbei sind, sind die Freundinnen schon seit zehn Jahren so zerstritten, dass sie noch nicht einmal mehr miteinander reden. Alex arbeitet erfolgreich in einem Verlag, Friederike leitet ein Hotel und Jule ist Physiotherapeutin. Alle haben schon einiges hinter sich und nicht alles ist so gelaufen, wie sie sich das einst vorgetellt hatten. Und nun – nach all der Zeit – erfahren sie, dass die vierte im Bunde, Marie, die immer der gute Geist, die Seele der Gruppe gewesen war, gestorben ist. Und Marie hat einen Wunsch: Ihre einstigen Freundinnen erben das Haus am See, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie sich in den nächsten fünf Jahren an Pfingsten dort wieder gemeinsam einfinden.
Die drei ehemaligen Freundinnen reagieren erst mal empört und mit totaler Ablehnung. Doch im Laufe der Wochen, die vergehen, bis tatsächlich Pfingsten ist, ändert sich noch so einiges und das Treffen findet statt. Der Ausgang jedoch ist noch mehr als ungewiss ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Was für eine wunderbare, zutiefst berührende Geschichte! Liest man den Klappentext, könnte man zuerst befürchten, dass man es hier mit einer schnulzigen Geschichte zu tun bekommt, aber sehr schnell wird klar, dass „Drei Frauen am See“ davon meilenweit entfernt ist. Dora Heldt, die sich im ungefähr selben Alter wie die Protagonistinnen befindet, hat hier augenscheinlich ihr ganzes Herzblut in diese Geschichte über Freundschaft, Pläne, Zukunft, Wahrheit und das Glück gelegt. Und dieser Funke springt sofort, von der ersten Seite an, über. Sicherlich erwischt dieser Funke am ehesten Frauen, die auch in einer ähnlichen Situation sind, aber Bücher sprechen nun mal oft eine bestimmte Zielgruppe besonders an, das lässt sich nicht ändern. Darin liegt aber auch die Stärke des Buches: Man begreift es dann am besten, wenn man Ähnliches selbst erlebt hat.
Es ist umwerfend, wie wohl überlegt Dora Heldt die vier Freundinnen erschaffen hat und leben lässt, wie wunderbar sie Gefühle, Ängste und Sorgen beschreibt, wie gefühlvoll sie auf alle Eigenheiten und Marotten der Protagonistinnen eingeht, wie liebevoll sie die erneute Annäherung im Haus am See beschreibt.
Auch wenn man sonst nicht so zart besaitet ist, bei diesem Buch kommen einem immer mal wieder die Tränen und wenn es zu Ende ist, hinterlässt es Spuren, die nicht mehr zu entfernen sind. Nach der Lektüre von „Drei Frauen am See“ hat sich etwas an einem selbst unwiderruflich geändert und vieles wird neu bewertet. Dieses Buch schwingt noch lange nach, macht nachdenklich und gleichzeitig traurig und optimistisch. Danke, Dora Heldt, für dieses überaus wunderbare Buch, das mit Sicherheit bei vielen Leserinnen ganz vorne im Regal stehen wird!

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