Mädchen Nr. 5

Autor: Howard Linskey
Genre: Krimi
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-51909-7
Erscheinungsdatum (D) 01.06.18 Erschienen 2015
Seiten 448
Übersetzung Karl-Heinz Ebnet

Mädchen Nr. 5 No Name Lane

Inhalt

DC Ian Bradshaw hat eine schlimme Zeit hinter sich, und wenn er ehrlich ist, ist das Tief noch nicht überwunden. Einst ein erfolgversprechender Ermittler, hat ihn ein Vorkommnis so aus der Bahn geworfen, dass er beruflich nicht mehr richtig Fuß fassen kann und nach wie vor von den Kollegen und Vorgesetzten verspottet wird. Als er auf den Fall eines Mörders angesetzt wird, der junge Teenager entführt und tötet, versucht er mit allen Mitteln, seinen Ruf wiederherzustellen. Gleichzeitig muss Tom Carney, der als Enthüllungsjournalist zu viel riskiert hatte, und jetzt suspendiert ist, seinen Job retten und mischt sich in die Ermittlungen ein.
Während Bradshaw erst mal wieder alles vermasselt, ist Carney schon recht schnell auf der richtigen Spur und beweist mehr ermittlerische Fähigkeiten als die Polizei, die weiterhin im Trüben fischt.
Mittlerweile wird nämlich ein weiteres Mädchen vermisst, und somit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Doch da Zusammenhänge nicht erkannt werden und Befindlichkeiten Einzelner zu sehr im Mittelpunkt stehen, kann der erzürnten Bevölkerung kein Ergebnis geliefert werden.
Doch aus ungewöhnlichen Situationen entstehen ungewöhnliche Konstellationen und schon recht bald ist Carney mittendrin und kann mit seiner außergewöhnlichen Beobachtungsgabe und seinem ausgeprägten Kombinationsvermögen punkten und nicht zuletzt Bradshaw aus der Patsche helfen ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Howard Linskey hat ein ganz besonderes Talent dafür, Menschen, Orte und Handlungen so hervorragend und lebhaft zu beschreiben, dass sie dem Leser buchstäblich vor dem Auge erscheinen. Ja, man befndet sich geradezu vor Ort, unter ihnen – mittendrin. Das macht im höchsten Maße Spaß und lässt das Lesen in eine höhere Dimension aufsteigen. Schon in seinen anderen Bänden hat Linskey dies eindrücklich bewiesen.
In diesem Buch verblasst zwar Ian Bradshaw ein wenig, aber die Figur des Tom Carney ist so dominant und faszinierend, dass das auch kein Wunder ist. Der Autor bedient sich hierbei geschickt einer einfachen, aber in keinster Weise trivialen Sprache, tariert diese genaus aus, um das Geschriebene zwar ansprechend zu präsentieren, es aber dennoch auf den Punkt zu bringen. Ehe der Leser es sich versieht, kommt er von der Geschichte nicht mehr los. Denn auch diese hat es in sich, nichts wird hier zu früh verraten, die Puzzleteile fügen sich quälend langsam zusammen; erst ganz am Ende ist das gesamte Bild zu sehen, und die Auflösung ist völlig unerwartet. Unerwartet deswegen, weil Linskey - wie ein Zauberer - die Menschen von den Tatsachen so geschickt ablenkt, dass man Offensichtliches einfach nicht erkennt. Die ein oder andere überraschende Wendung, mit der der Leser überhaupt nicht gerechnet hätte, hält er auch noch parat, und das alles zusammengenommen erzeugt höchsten Lesegenuss!

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