Der Totschreiber

Autor: Steve Mosby
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-30644-4
Erscheinungsdatum (D) 02.05.18 Erschienen 2017
Seiten 400
Übersetzung Ulrike Clewing

Der Totschreiber You can run

Inhalt

Manchmal sind es die unglaublichen Zufälle, die Ermittlungen in Gang setzen. In diesem Fall ist es ein Auto, das aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in eine Garage fährt. Dort befindet sich eine gefesselte und über einen langen Zeitraum gefolterte Frau. Als danach das gesamte Haus durchsucht wird, treffen die Ermittler auf das schiere Grauen: 13 Leichen, gelagert in Fässern, allesamt Frauen, die ebenfalls über einen sehr langen Zeitraum und äußerst brutal gefoltert worden waren.
Schnell ist klar, dass es sich um den Killer handelt, der schon seit Jahren Briefe an die Polizei schickt, sobald er eine Frau getötet hat. Alle Ermittlungen waren bisher im Sande verlaufen. Nun also gibt es eine Spur, was aber den Ermittler, Will Turner, stört, liegt in der bloßen Zahl: 14 Briefe, 13 Leichen. Wo ist die vierzehnte Leiche?
Turner ist zudem davon überzeugt, dass es sich hier nicht nur um einen Mörder handelt, sondern dass er einen Komplizen haben muss. Aber Turner wird nicht ernst genommen, und er ist auch lieber nicht zu laut, denn er hat ein sehr persönliches Interesse an der Auflösung des Falles, wovon niemand wissen darf, denn dann würde er von den Ermittlungen abgezogen werden. Als dann der Autor Jeremy Townsend auf seinem Revier auftaucht und komische Fragen stellt, ist Turner klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt …

Buchkritik von Angelika  Koch

Will man als Leser in die tiefsten Abgründe des menschlichen Wesens blicken, ist der Autor Steve Mosby ein Garant dafür, von ihm an die Ränder ebendieser Abgründe geführt zu werden. Während er auf dem Foto so sympathisch und harmlos aussieht, fast ein bisschen wie Mark Zuckerberg, erkennt man schnell, dass in seinem Kopf die grausamsten Dinge vor sich gehen. Zum Glück bringt er diese dann lediglich folgenfrei zu Papier. Na ja, vielleicht doch nicht so ganz folgenfrei, denn die Eindrücke, die der Leser aus dem Geschriebenen mitnimmt, sind nicht so schnell zu verdauen und können einem den ein oder anderen gesunden Schlaf rauben. Immer wieder stellt man sich hier die üblichen beiden Fragen, die einen Thrillerfan umtreiben: Warum lese ich sowas? Warum schreibt der Autor sowas?
„Der Totschreiber“ beweist einmal mehr, dass Steve Mosby zu den ganz großen Autoren gehört, der das Herz eines jeden Thrillerfans höher schlagen lässt und das wie alle anderen Bücher dieses Autors widerspiegelt, dass man es auch hier mit der Perfektion eines geübten Autors zu tun hat. Da kann sich so manch ein Schreiber eine dicke Scheibe abschneiden. Präzise, gestochene Sprache, glaubhaft gezeichnete Charaktere, Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile, ausgefeilte Wendungen und lückenlose Aufklärung des Plots, das alles kann man hier finden. Und genau deswegen wird man auch das nächste Buch des Autors mit Begeisterung in die Hand nehmen und ganz sicher genau dieselben Attribute wiederfinden.

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