Eifersucht

Autor: Andreas Föhr
Genre: Krimi
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-65446-0
Erscheinungsdatum (D) 01.06.18 Seiten 426

Eifersucht

Inhalt

Rachel Eisenberg ist es gewohnt, als Anwältin Menschen aller Couleur zu vertreten. Doch bei Judith Kellermann muss sie sich schon zusammenreißen. Denn eigentlich kann sie sie nicht sonderlich leiden. Dummerweise aber war sie gerade zugegen, als Kellermann verhaftet wurde, und diese bestand vehemt darauf, dass Rachel sie zu vertreten habe. Als Rachel hört, dass Kellermann des Mordes an ihrem Lebensgefährten bezichtigt wird, hat sie doch mehr Mitgefühl als sie dachte und nimmt den Fall an.
Doch im Laufe der Ermittlungen findet die Polizei Spuren des Sprengstoffes, mit dem Eike Sanders in die Luft gesprengt wurde, in Kellermanns Haus und außerdem gibt es Zeugenaussagen, die belegen, dass Judith und ihr Freund heftigen Streit hatten, weil er eine Geliebte hatte. Mord aus Eifersucht? Dies scheint – insbesondere für die Staatsanwaltschaft – so klar, dass es für Rachel zunehmend schwierig wird, Judith Kellermann aus der Untersuchungshaft freizubekommen. Auch Rachel selbst hat ihre Zweifel an den seltsamen Geschichten ihrer Mandantin: Es soll einen Ex-Soldaten gegeben haben, der den Mord begangen und so manipuliert habe, dass sie nun die Hauptverdächtige sei. Rachel aber macht weiter und je mehr sie in den Fall eintaucht, umso mehr muss sie erkennen, dass ihre Mandantin vielleicht doch recht haben könnte …

Buchkritik von Angelika  Koch

So als Durchschnittsfrau Sympathien für Rachel zu empfinden, fällt nicht gerade leicht. Das liegt an vielen Faktoren: Sie lebt in einem wunderbaren Haus, fährt einen Sportwagen, hat Einkünfte jenseits der Vorstellungskraft der meisten, läuft mit Business-Outfit und Stöckelschuhen durch die Gegend, lebt zwar getrennt von ihrem Mann, hat aber recht schnell einen ebenbürtigen Partner gefunden, kauft ihr „Fast-Food“ in Delikatessläden und – was am schlimmsten ist – weiß immer das Richtige zu sagen, reagiert immer adäquat und behält stets einen kühlen Kopf. Vielleicht war das Andreas Föhr nach seinem ersten Buch um die Anwältin auch bewusst und er hat ihr deswegen in dieser Geschichte einen Hinkefuß verpasst, eine buchstäbliche Leiche, die Rachel im Keller liegen hat. Macht das die Protagonistin sympathischer? Das schon, aber sie bleibt leider immer noch so unnahbar und plakativ, dass man sich als Leser damit schwertut, sie zu mögen und in ihren Fällen mit ihr zu gehen. Das ist leider der Minuspunkt in beiden Büchern.
Dennoch kann Föhr auch in „Eifersucht“ wieder mit der Geschichte selbst punkten. Sie ist außergewöhnlich, spannend, gut erzählt, schlüssig und gekrönt von einem überraschenden Ende. Seine Kenntnisse in Jura und seine Arbeit als Jurist spiegeln sich auch in dieser Geschichte wider, sind aber etwas mehr in den Hintergrund getreten, was dem Plot guttut. Bisher fehlt vielleicht beiden Büchern noch das gewisse Etwas, dieses Etwas, das Bücher zu besonderen Büchern macht, das aber schwer zu benennen ist. Aber irgendwie hat man als Leser Vertrauen zu Andreas Föhr. Rachel Eisenberg ist erst am Anfang, Luft nach oben haben die Geschichten, was aber durchaus auch spannend sein kann. Gerne bleibt der Leser erst mal dabei und freut sich auf eine Fortsetzung ...

Andreas Föhr schreibt seit 1991 erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, hauptsächlich im Krimi-Bereich. Gemeinsam mit Thomas Letocha schrieb er z.B. für "SOKO 511", "Ein Fall für zwei" und "Der Bulle von Tölz".

Von Rachel Eisenberg ist zu lesen in:
Eisenberg
Eifersucht

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