Kalte Strömung

Autor: Mary-Jane Riley
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48743-1
Erscheinungsdatum (D) 18.06.18 Erschienen 2016
Seiten 384
Übersetzung Sibylle Schmidt

Kalte Strömung After She Fell

Inhalt

Die siebzehnjährige Elena, Schülerin des Elite-Internats „The Drift“ in Norfolk, wird tot am Fuß einer Klippe aufgefunden. Für die Polizei ist klar, dass es sich hier um einen Selbstmord handeln muss, hat Elena doch nach dem Tod ihres Vaters unter Depressionen und Bulimie gelitten. Der Fall wird zu den Akten gelegt, doch Catriona Devonshire, prominente Politikerin und Elenas Mutter, will sich nicht damit abfinden, dass ihre Tochter, die unter Höhenangst litt, sich von einer Klippe gestürzt haben soll. Sie bittet ihre Jugendfreundin Alex Devlin, die sich als Journalistin einen Namen gemacht hat, sich der Hintergründe des tragischen Todesfalls anzunehmen. Alex wird schnell klar, dass Cat von großen Gewissensbissen geplagt wird, weil sie Elena nach „The Drift“ abgeschoben hat, um sich ihrer Karriere und vor allem ihrem zweiten Ehemann ungestört widmen zu können.

Die Journalistin wohnt für die Zeit ihrer Recherche in Cats Ferienhaus im kleinen Städtchen Hallow’s Edge, in dem die Schule liegt. Bei den Bewohnern von Hallow’s Edge trifft sie auf Ablehnung, die Mitarbeiter von „The Drift“ begegnen ihr mit Misstrauen, und von Elenas Mitschülern wird sie sogar ganz offen angefeindet und bedroht. Die scheinbar so perfekte Fassade des Elite-Internats erweist sich nur allzu schnell als äußerst brüchig, und Alex ist sich sicher, dass hinter den dicken Mauern dieses scheinbar so ehrenwerten Anwesens finstere Abgründe lauern…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Nach „All die bösen Dinge“ präsentiert uns Mary-Jane Riley mit „Kalte Strömung“ Alex Devlins zweiten Fall und kann im Vergleich zum ersten Buch vor allem in der Charakterzeichnung ihrer Figuren einiges an Punkten aufholen. Auch wenn die von Zweifeln und Ängsten zerfressene Journalistin für den Leser immer noch schwer zu greifen ist, lässt Riley immer öfter die verletzlichen Seiten dieser Figur durchblitzen, was der Geschichte viel Authentizität verleiht. Immer wieder lässt die Autorin Alex auf die Ereignisse aus „All die bösen Dinge“ zurückblicken, die nicht nur sie selbst auf gravierende Weise zu verändert haben scheinen. Auf wenig subtile Weise ergeht Riley sich dabei in Andeutungen, die dem Leser bald schon deutlich machen, dass bezüglich des Verschwindens von Alex’ Neffe und Nichte noch nicht das letzte Wort gesprochen ist und man auf ein Aufrollen dieses alten Falles vorbereitet sein sollte.

Die schrecklichen Ereignisse, die sich in Hallow’s Edge zutragen, erzählen von Mobbing, Drogenkonsum und unerbittlichen Machtkämpfen unter Jugendlichen. Es gelingt Riley, den tagtäglichen Überlebenskampf, dem sich viele junge Menschen ausgesetzt fühlen, wenn sie sich innerhalb einer Gemeinschaft von Gleichaltrigen bewegen, auf authentische und bewegende Weise zum Leser zu transportieren. Vor allem die üblen und gemeinen Attacken innerhalb der so genannten sozialen Netzwerke bekommen in „Kalte Strömung“ ein erschreckend überzeugendes Gesicht. Auch wenn nicht immer alles stimmig wirkt und die eine oder andere Querverbindung nicht ganz schlüssig ist, kann Riley mit diesem zweiten Fall für die Journalistin Alex Devlin doch weitaus mehr überzeugen, als das in „All die bösen Dinge“ der Fall war.

Die Journalistin Alex Devlin ermittelt in folgenden Fällen:
All die bösen Dinge
Kalte Strömung

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen