Wer Strafe verdient

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31373-0
Erscheinungsdatum (D) 08.10.18 Erschienen 2018
Seiten 860
Übersetzung Charlotte Breuer, Norbert Möllemann

Wer Strafe verdient The Punishment she Deserves

Inhalt

Als in dem kleinen englischen Städtchen Ludlow der örtliche Diakon der Anglikanischen Kirche eines abscheulichen Verbrechens beschuldigt wird, wird er verhaftet und nimmt sich kurz darauf in Polizeigewahrsam das Leben. Eine erste vorläufige Untersuchung fördert nichts Außergewöhnliches zutage, weshalb der Fall schnell zu den Akten gelegt wird. Doch der Vater des Verstorbenen pflegt gute Beziehungen ins Parlament, woraufhin New Scotland Yard eingeschaltet wird. Die Ermittlungen in Ludlow leitet DCS Isabelle Ardery und wird, auf außerordentlichen Wunsch von höherer Ebene hin, von Sergeant Barbara Havers begleitet. Der Plan dabei ist, dass Ardery Havers, die bekannt für diverse Regelwidrigkeiten ist, im Auge behalten und sie schließlich ein für alle Mal loswerden soll. DI Thomas Lynley indes kann in London nur den Atem anhalten und hoffen, dass Barbara Havers nicht in eine der vielen möglichen Fallen Arderys tappen wird. Am Ende allerdings ist es DCS Ardery selbst, die es nicht abwarten kann, endlich nach London zurückzukehren und aufgrund dessen entscheidende Details übersieht.

Von höchster Stelle wird daraufhin eine weitere Reise ins mittelalterliche Städtchen Ludlow angeordnet, die diesmal unter der Leitung von DI Lynley stattfindet. Denn es ist ganz offensichtlich, dass irgendjemand großes Interesse daran hegt, den Vorfall um den toten Diakon zu vertuschen. Zusammen mit Havers taucht Lynley in die scheinbare Idylle einer verschlafenen Kleinstadt ein – und muss erkennen, dass hinter der Fassade beinahe jeder eine Leiche im Keller zu haben scheint…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Trotz der stetig anwachsenden Konkurrenz im Genre der Kriminal- und Thrillerliteratur lässt sich einfach nicht leugnen, dass Elizabeth George die ungekrönte Queen of Crime ist. Wie keiner anderen gelingt es ihr, den klassischen Kriminalroman derart zur Perfektion zu treiben, dass es am Ende jedes ihrer Bücher schlicht und ergreifend niemanden geben wird, der nicht den Hut zieht vor ihrem grandiosen und herausragenden Können. „Wer Strafe verdient“ zeigt, wie sehr sich Georges Leistung mit jedem Krimi noch einmal steigert, wie herausragend es ihr gelingt, ihre Charaktere immer weiter zu entwickeln und mit jedem Mal mit neuen und faszinierenden Facetten zu versehen. Thomas Lynley und Barbara Havers sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus dem ganz persönlichen Universum eines passionierten Krimifans, hat man mit ihnen gemeinsam doch schon so vieles erlebt, durchlitten und bewältigt. Durch die Präsenz der alkoholkranken Vorgesetzten DCS Isabell Ardery gewinnt das Gespann eine faszinierende und kaum durchschaubare Figur dazu, deren Entwicklung vom Leser mit Faszination und Besorgnis gleichermaßen beobachtet wird.

Es ist ein vielschichtiger und zunächst kaum zu überblickender Fall, in dem diese drei Protagonisten ermitteln, ein Fall, der im Verlauf der Handlung deutlich an Tiefe gewinnt und vor allem durch seine vielfältigen Verwicklungen fasziniert. Dabei gelingt es George aber in jeder Sekunde, die Fäden ihres Plots souverän in Händen zu halten und den Leser mit Leichtigkeit mit in ihre Geschichte zu verstricken. „Wer Strafe verdient“ überzeugt von Anfang bis Ende mit einer klugen und zutiefst spannenden Geschichte, atmosphärischen und akribisch recherchierten Schauplätzen und vor allem mit messerscharf gezeichneten Charakteren, die den Leser bis zum fulminanten Schluss in atemloser Spannung halten. Dieser sage und schreibe schon zwanzigste Fall von Lynley und Havers entpuppt sich als der bisher beste und perfideste und lässt im Leser den sehnsüchtigen Wunsch entstehen, diese Reihe möge niemals enden.

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust
Wer Strafe verdient

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen