Mörderhaus

Autor: Vanessa Savage
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-52300-1
Erscheinungsdatum (D) 01.02.19 Erschienen 2019
Seiten 416
Übersetzung Christine Gaspard

Mörderhaus The Murder House

Inhalt

Patrick wünscht sich so sehr, in das Haus, in dem er aufgewachsen ist, zurückkehren zu können. Als es tatsächlich zum Verkauf steht, kann ihm seine Frau Sarah, die nach dem Tod ihrer Mutter Geld geerbt hat, diesen innigen Wunsch nicht abschlagen – obwohl sie mit dem Geld eine lang ersehnte Reise mit Patrick und den beiden Kindern geplant hatte. Das Haus das malerisch an der Küste von Wales gelegen ist, wirkt nach außen hin heimelig und gepflegt, doch seine Räume sind klamm, kalt und baufällig, war es doch viele Jahre lang unbewohnt – und das nicht ohne Grund: Vor vielen Jahren wurde die dort lebende Familie brutal ermordet, nur der jüngste Sohn überlebte. Seither wird das Haus ganz offen „Mörderhaus“ genannt, und sämtliche Bewohner des kleinen Ortes an der Küste machen einen großen Bogen darum. Obwohl Sarah, die seit dem Tod ihrer Mutter mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, sich so sehr einen Neustart für sich und ihre Familie wünscht, kann sie nicht verhindern, dass die düstere und bedrohliche Atmosphäre des Hauses immer mehr Besitz von ihr ergreift.

Immer wieder glaubt sie, eine schemenhafte Gestalt zu sehen, die sie und das Haus beobachtet, und bald schon fühlen sie und die Kinder sich im eigenen Haus bedroht. Doch Patrick will von all dem nichts wissen, er verändert sich im Gegenteil in der neuen Umgebung auf höchst beunruhigende Weise. Als Sarah erfährt, dass der Mörder von einst wieder auf freiem Fuß ist, verwandelt sich ihre unterschwellige Beunruhigung in eine regelrechte Panik, durch die Patrick sich zu verstörenden Maßnahmen veranlasst sieht…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In „Mörderhaus“ erzählt Vanessa Savage eine zutiefst verstörende und unheimliche Geschichte, die den schleichenden Verfall von Normalität und Beständigkeit einer scheinbar gefestigten Familie schildert. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Mörderhaus, das im Verlauf der Erzählung den Eindruck erweckt, als habe es ein sich jeglicher Logik entziehendes Eigenleben, das seine Bewohner Stück für Stück ins Verderben reißt. Mit dringlicher Intensität treibt Savage ihre Geschichte voran und lässt den Leser Anteil an Sarahs zunehmender geistiger Verwirrung nehen, die sich immer weiter zuzuspitzen scheint. Es gelingt ihr dabei, eine immer bedrohlicher werdende Atmosphäre heraufzubeschwören und beim Leser atemlose Spannung zu erzeugen. Vor allem ihre atmosphärisch dichten Schilderungen des maroden, abweisenden Hauses, das zunehmend Besitz von Sarah und ihrer Familie ergreift, tragen dazu bei, dass man diesen Thriller mit einem wohligen Angstschauer im Nacken in einem Rutsch durchlesen möchte.

Darüber hinaus schildert Vanessa Savage aber auch das bewegende und verstörende Portrait einer Beziehung, die von Dominanz und Unterwerfung geprägt ist und sich zunehmend zu einem Gefängnis für alle Beteiligten entwickelt. Dabei versteht sie es bis zum Schluss, die wahren Beweggründe der Protagonisten im Dunkeln zu lassen und den Leser so in einen fast schon rauschartigen Zustand zwischen kaum auszuhaltendem Schauder, Abscheu und Unverständnis zu versetzen. „Mörderhaus“ ist einer jener Psychothriller, die alle wichtigen Attribute des Genres in der genau richtigen Dosierung präsentieren: Fesselnde Spannung, beklemmende Atmosphäre, geheimnisumwitterte Schauplätze und undurchsichtige Charaktere vereinen sich hier zu Spannungsliteratur der Extraklasse.

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