Dreckiger Schnee

Autor: Joseph Knox
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-52210-3
Erscheinungsdatum (D) 03.09.18 Erschienen 2017
Seiten 432
Übersetzung Andrea O´Brien

Dreckiger Schnee Sirens

Inhalt

Detective Aidan Waits hat so ziemlich alles falsch gemacht und ist deshalb bei seinem Boss in Ungnade gefallen. Aus diesem Grund wurde er in streng geheimer Mission auf den Drogendealer Carver angesetzt. Seine Aufgabe ist es, in den inneren Zirkel des Drogenbosses vorzudringen und herauszufinden, wer dessen Kontaktmann bei der Polizei ist. Carver verfügt offenbar über eine ganz Bataillon von „Sirenen“ – minderjährigen, jungen Frauen, die er als Drogenkuriere einsetzt. Brisanterweise hat auch Isabelle Rossiter, die siebzehnjährige Tochter eines prominenten Parlamentsabgeordneten, bei Carver Unterschlupf gefunden, nachdem sie bei ihrem Vater durchgebrannt war. Waits wird mit der schier unmöglichen Aufgabe betraut, ein Auge auf Isabelle zu haben und sie so schnell wie möglich zurück zu ihrem Vater zu bringen.

Kein Zuckerschlecken also für den Detective, dem nichts anderes übrig bleibt, als sich in dieser mehr als zwielichtigen Szene hin und wieder auf die dunkle Seite des Gesetzes zu schlagen. Carver indes erkennt seine Chance und macht Waits den Vorschlag, ihn als Doppelagenten anzuheuern, um so die eigenen Probleme mit der Polizei in den Griff zu bekommen. Aidan geht auf den Vorschlag ein, ist es ihm doch mittlerweile gelungen, die seelisch mehr als labile Isabelle aufzutreiben. Als er die dann allerdings tot in ihrem Unterschlupf auffindet, erkennt er das wahre Ausmaß dessen, womit er es hier zu tun hat: Isabelle hat sich offenbar Heroin gespritzt, das mit hochtoxischen Stoffen versetzt gewesen sein muss. Nun ist es an Waits, sich in ein regelrechtes Gespinst aus dunklen Machenschaften zu begeben, um die grausame Wahrheit herauszufinden…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Puh! Das ist ja nun wirklich eine zutiefst verworrene und abgrundtief böse und perfide Geschichte, die uns der Brite Joseph Knox in seinem Debütthriller „Dreckiger Schnee“ präsentiert! Wie der Titel des Buchs ja schon verrät, bekommt man es hier mit den finstersten Abgründen des Drogengeschäfts zu tun – und die sind in der Tat derart hässlich und schonungslos brutal, dass es stellenweise kaum zu ertragen ist. Wahrscheinlich um der Authentizität Genüge zu tun, spart Knox nicht mit einschlägigen Ausdrücken der Szenesprache, was durchaus der realistischen Darstellung zuträglich sein dürfte, den Leser aber dennoch immer wieder regelrecht vor den Kopf stößt. Auch die durch und durch brutalen Schilderungen von in der Gosse krepierten Drogentoten, widerwärtigen Vergewaltigungen und unkontrollierten Gewaltexzessen mögen durchaus die Realität der Drogenszene widerspiegeln, wirken aber in ihrem Ausmaß und ihrer Häufigkeit einfach des Guten zuviel.

Auf der anderen Seite steht Joseph Knox’ unglaublich bildreiche Sprache, die diesem an und für sich düsteren Thriller eine fast schon leichte Note verleiht und in krassem Kontrast zu der eigentlichen Geschichte steht. Doch leider geht diese Leichtigkeit im Verlauf des immer verworrener werdenden Plots zusehends verloren. Es fällt äußerst schwer, dem Verlauf der Geschichte zu folgen und somit ganz in der Handlung zu bleiben. Auch wenn Knox’ Thriller wirklich vor Kraft zu strotzen scheint und sich durch gute Recherche der einschlägigen Szene auszeichnet, fühlt man sich zusehends mit den Geschehnissen überfordert und hat irgendwann das Gefühl, einfach nicht mehr durchzublicken. Das hat leider zur Folge, dass man „Dreckiger Schnee“ am Ende mit einer gewissen Erleichterung und wenig wirklichem Gefühl für das Ende dieses Thrillers zur Seite legt.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen