Schätzle allein zu Haus

Autor: Elisabeth Kabatek
Genre: Roman
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-30653-6
Erscheinungsdatum (D) 01.10.18 Seiten 384

Schätzle allein zu Haus

Inhalt

Nach dem verheerenden Wohnungsbrand mit anschließendem, nicht geplanten Kuss von Simon, die beide ohne jede Frage auf das Konto von Pipeline Praetorius’ Katastrophen-Gen gingen, wäre Line nun endlich bereit für einen Heiratsantrag ihres Liebsten Leon. Die Location wäre perfekt, ein romantisches Dinner for two ist doch wirklich prädestiniert für ein solches Unterfangen! Doch statt den ersehnten Ring zu zücken, berichtet Leon voller Begeisterung von seiner Beförderung – und von der neuen Kollegin, mit der er nun wohl jede Menge Überstunden ableisten wird. Nicht genug damit, dass die bildhübsch, perfekt gekleidet, geschminkt und manikürt ist – nein, sie ist auch gerade mal dreiundzwanzig, das Alter, von dem, laut Lines Recherchen, sämtliche Männer heimlich träumen. Als sich dann auch noch herausstellt, dass genau diese Kollegin, die Leon unter seine Fittiche genommen hat, sich nun auch noch unsterblich in ihn verliebt hat, schrillen bei Line sämtliche Alarmglocken.

Nicht genug damit, dass sie nun immer öfter allein zu Haus sitzt und auf Leon wartet, läuft es auch im Büro nicht unbedingt glatt. Line wurde dort zur Glücksbeauftragten gekürt – und das bei einer Chefin, die sich permanent im Vorhof zur Hölle zu befinden scheint. Wieder einmal muss Pipeline Praetorius sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisieren, um aus dieser Sache irgendwie heil herauszukommen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Zugegeben, es ist nun wirklich keine äußerst anspruchsvolle Lektüre, der man sich in „Schätzle allein zu Haus“ widmet, doch genau die Art von Buch, mit der man sich an einem verregneten Sonntag aufs Sofa lümmelt und die graue Welt hinter sich lässt. Pipeline Praetorius macht ihrem Ruf wieder alle Ehre und stürzt die Welt um sich herum in das reinste Chaos. Wenn sie, nur mit Schlafshirt und Stringtanga bekleidet durch das herbstlich kalte Stuttgart irrt, weil ihr Leon sein Vesper vergessen und sie sich ausgesperrt hat, ist das zwar völlig überspitzt, aber dennoch herrlich komisch. Auch wenn vieles vorhersehbar ist in diesem neuen Roman aus der Feder von Elisabeth Kabatek, kann man doch einfach nicht anders, als mit Line zu bangen und zu leiden – und vor allem immer wieder herzhaft zu lachen. Denn bei aller Banalität, die vordergründig die Handlung prägt, beherrscht Kabatek doch die Kunst, intelligente und auch gesellschaftskritische Zwischentöne in herrlichen Klamauk zu verpacken.

Vor allem die gemütliche und durch und durch sympathische schwäbische Lebensart ist es, die die Geschichten um Pipeline Praetorius so liebenswert macht. Skurrile Charaktere wie Tante Dorle, das schwule Paar Tarik und Manolo, das kurz vor der Vermählung steht und Nachbar Heiner mit Hund Schorle besiedeln das Universum der Pipeline Praetorius und bilden einen herrlichen Kontrast zu Leons Eltern aus Hamburg, für die Schwäbisch wie eine Fremdsprache klingt. Diese Figuren sind mit ganz alltäglichen Problemen beschäftigt, und Kabatek scheut nicht davor zurück, Themen wie das Coming-Out Tariks bei seiner türkischen Familie oder Lines Angst davor, eine katastrophale Mutter zu werden, zu thematisieren. Auch wenn einem am Ende der Geschichte der Verdacht beschleicht, „Schätzle allein zu Haus“ könne womöglich das letzte Abenteuer von Pipeline Praetorius sein, legt man diese Buch doch mit einem wohligen Gefühl im Bauch zur Seite.

Die Pipeline-Praetorius-Reihe umfasst folgende Bände:
Laugenweckle zum Frühstück
Brezeltango
Spätzleblues
Zur Sache, Schätzle!
Schätzle allein zu Haus

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen