Nacht

Autor: Bernard Minier
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-28205-2
Erscheinungsdatum (D) 01.02.19 Erschienen 2017
Seiten 539
Übersetzung Alexandra Baisch

Nacht Nuit

Inhalt

Die Polizistin Kirsten Nigaard wird mit den Ermittlungen an einem Mord in einer Kirche in Bergen betraut. In der Hosentasche des Opfers fand sich ein Zettel auf dem Nigaards Name notiert war. Auf der norwegischen Öl-Plattform, auf der das Mordopfer arbeitete, stößt Nigaard auf ein Foto eines französischen Kollegen: Commandant Martin Servaz aus Toulouse. Dem des Mordes Verdächtigten gelingt es, der Polizei zu entkommen, doch schnell wird klar, dass es sich bei ihm nur um Julian Hirtmann handeln kann, einen psychopathischen Serienmörder, der Servaz’ Weg nun schon des Öfteren gekreuzt hat. Hirtmann ist schon seit Jahren auf der Flucht und ganz und gar von Martin Servaz besessen. Der hat noch eine ganz persönliche Rechnung mit dem Serienmörder zu begleichen, denn zeitgleich mit ihm verschwand damals auch Servaz’ große Liebe.

Martin Servaz ist bewusst, dass Hirtmann sich mit dem Mord in Norwegen ganz direkt an ihn richtet und ihm offensichtlich eine Botschaft zukommen lassen will. Der hochintelligente Serienmörder möchte offenbar wieder eines seiner perfiden Spiele mit ihm spielen – ein Spiel, in dessen Mittelpunkt ein kleiner Junge steht. Ein Junge, der möglicherweise Hirtmanns Sohn sein könnte und der unwillkürlich zum Spielball von Hirtmanns kranker Phantasie wird…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Julian Hirtmann ist zurück und hält den Leser von Anfang bis Ende in atemloser Spannung. Gebannt und auf widerwillige Weise fasziniert folgt man den perfiden Spielen dieses psychopathischen Serienmörders, dessen abartiger Phantasie keine Grenzen gesetzt zu sein scheinen. Bernard Minier übertrifft sich mit der Zeichnung dieses durch und durch bösen Charakters in jedem Band wieder aufs Neue selbst und zieht seine Leser in einen Bann aus Abneigung, Faszination und Widerwillen. Die symbiotische Beziehung zwischen ihm und Commandant Martin Servaz ist nur schwer zu greifen und zieht sich wie ein roter Faden durch diese dunkle Geschichte. Vor allem Miniers ganz eigener, hin und wieder fast schon poetisch anmutender Erzählstil ist es, der „Nacht“ diese düstere, beinahe melancholische Note verleiht und den Leser nicht aus seinen Fängen lässt.

Bernard Minier versteht es, geschickt neue Hinweise zu platzieren und den Leser dabei in ein regelrechtes Labyrinth aus Vermutungen und Zweifeln zu führen. „Nacht“ lebt von einem klug konstruierten und perfide ausgedachten Plot, der einen, gemeinsam mit Martin Servaz, immer weiter ins Dunkel führt und am Ende keinen Ausweg mehr sehen lässt. Minier ist ein Meister der leisen, aber absolut treffsicheren Töne, in „Nacht“ präsentiert er kaum Tote, dafür aber jede Menge psychologischer Spannung. Am Ende gelingt es ihm, den Leser angesichts einer so niemals vermuteten Auflösung schockiert nach Luft schnappen zu lassen. Eines ist jedenfalls klar: Der unfreiwillige, gemeinsame Weg von Martin Servaz und Julian Hirtmann hat noch längst nicht sein Ende erreicht.

Commandant Martin Servaz ermittelt in folgenden Fällen:
Schwarzer Schmetterling
Kindertotenlied
Wolfsbeute
Nacht

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen