Der lächelnde Gott

Autor: Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Genre: Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96263-5
Erscheinungsdatum (D) 30.08.18 Erschienen 2017
Seiten 336
Übersetzung Birgit Herden

Der lächelnde Gott It Devours

Inhalt

Das Städtchen Night Vale – irgendwo in der Wüste Amerikas. Hier ist es nicht nur ziemlich heiß, sondern auch die Zeit scheint anderen Gesetzen zu unterliegen. Berge sind etwas, an das man glauben muss, wie an eine wirre Verschwörungstheorie, und Engel gibt es nicht. Aber dennoch wohnen sie hier und heißen alle Erika. Ach ja, und alle Einwohner werden ständig überwacht. Auch die Wissenschaftlerin Nilanjana, die eine „Zugezogen“ ist oder ein „Eindringling“, wie man in Night Vale so warmherzig sagt. Nilanjana gehört zum Team von Carlos, einem der angesehensten Naturwissenschaftler der Stadt. Als dieser sie eines Tages bittet, die Ursache für ominöse Geräusche zu erforschen, kommt sie einer riesigen Verschwörung auf die Spur. Im Zentrum: die obskure Glaubensgemeinschaft des „lächelnden Gottes“. Hier werden finstere Geheimnisse bewahrt, die irgendetwas mit den rätselhaften Erdbeben zu tun haben, die das Städtchen heim suchen und dabei ganze Gebäude verschlingen. Ehe Nilanjana sich versieht, steckt sie mitten drin, in einem finsteren Krieg zwischen Religion, Wissenschaft und blindem Eifer, der ganz Night Vale zerstören könnte…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Das Städtchen Night Vale ist das völlig spleenige Universum von Joseph Fink und Jeffrey Cranor. Hier ist alles „anders“ und das auf eine besonders absurd-abgedrehte Art und Weise. Nach „Willkommen in Night Vale“ ist „Der lächelnde Gott“ schon der zweite Roman aus dieser besonderen Welt, und so ist die Rückkehr in das Wüstenstädtchen nicht mehr ganz so verwirrend und bereitet etwas weniger Kopfschmerzen. Wenn sich die geistigen Väter von „Night Vale“ mit Religion und Wissenschaft beschäftigen, dann ist dennoch klar, dass es noch abgedrehter, skurriler und durchgeknallter wird als sowieso schon.

Im Zentrum steht diesmal der alte Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft. Fink und Cranor setzen sich mit religiösem Eifer genauso auseinander, wie mit der Hybris der Wissenschaftler. Es geht um Selbstüberschätzung und Verblendung – was sie anrichten und wie man sie überwinden kann. Dabei lässt das Autoren-Duo bei der Entwicklung der Handlung seiner besonderen Kreativität wieder vollen Lauf. So entstehen im Verlauf der Geschichte wieder viele lustige und gnadenlos auf die Spitze getriebenen Überzeichnungen. Es entsteht jedoch der Eindruck, dass es oft einfach um die Abgedrehtheit an sich geht, die erfüllt sein muss. Die schräge Idee an sich wird gefeiert, und dahinter steht eine im Grunde wenig überraschende Story, die nur mäßige Spannung aufbaut. Das, was die Story besonders macht, ist die Schrägheit, und die nutzt sich ab. Die Figuren, in ihrer recht simplen Charakterzeichnung, sind dann aber einfach zu flach, um das wett zu machen. So bleibt unter dem Strich auch vom zweiten Ausflug nach Night Vale ein durchwachsener Eindruck zurück.

Alle Geschichten aus Night Vale:

Band 1:
Willkommen in Night Vale
Band 2:
Der lächelnde Gott

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