Willkommen in Night Vale

Autor: Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Genre: Fantasy
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96137-9
Erscheinungsdatum (D) 30.10.17 Erschienen 2015
Seiten 378
Übersetzung Wieland Freund, Andrea Wandel

Willkommen in Night Vale Welcome to Night Vale

Inhalt

Mitten in der Wüste, irgendwo im Südwesten von Amerika liegt das kleine Städtchen Night Vale. Tagsüber brennt hier die Sonne heiß vom Firmament und nachts erleuchtet ein wunderschöner Mond die Szenerie. Es gibt einen Supermarkt, eine Bar, Geschäfte, ein Pfandhaus und ein Rathaus. Soweit, so normal. Doch auch Engel wohnen hier, und ein Haus, das denken kann, steht in einer der Straßen. Eine gar nicht so geheime Geheimpolizei sorgt für Ordnung. Na ja, oder für das, was sie für Ordnung hält. Und das Radio verkündet solche Nachrichten wie: Denken Sie daran, was der Stadtrat sagt, dass es keine Engel gibt. Aber wenn es welche gäbe wären sie sehr gefährlich. Daher soll man sich von ihnen fernhalten….

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Schräg, schräger, „Willkommen in Night Vale“! Dieses Buch ist mit Abstand die verrückteste Ansammlung von spleenigen Typen und absolut abgedrehten Ideen, die man in den letzten Jahren so lesen konnte. In dem Versuch, die Geschichte und das Örtchen Night Vale einzuordnen, pendelt man von „Paralleluniversum“ über „Hölle“, „Ort an dem die ganzen Albträume wohnen“ bis hin zur abgefahrensten Parodie auf das biedere Kleinstadtleben hin und her. Und irgendwie ist „Willkommen in Night Vale“ von allem ein bisschen. In jedem Satz feuern die beiden Autoren Joseph Fink und Jeffrey Cranor ihre irren Ideen auf den Leser ab. Und das macht zu Beginn vor allem eins: Kopfschmerzen! Es ist einfach zu viel des guten. Erst nach und nach schält sich aus dem ganzen Wust an verrückten Einfällen eine Geschichte heraus, die kluge Fragen aufwirft. Nach Heimat und der Bedeutung von Familie. Oder jene nach der Definition von Normalität, Realität und Zeit. Joseph Fink und Jeffrey Cranor haben einen ganzen Ozean an Metaphern und abgedrehten Überzeichnungen erdacht, um den Leser über diesen Weg nicht nur zu unterhalten sondern auch anzuregen, sich über diese und andere Themen Gedanken zu machen. Das funktioniert erst nach und nach und begeistert einen erst spät für die Geschichte, die so anders ist als viele anderen. Am Ende ist man dann aber tatsächlich angekommen in Night Vale. Vielleicht, weil man sich dann auch die eigene Spleenigkeit eingestanden hat und damit gar nicht mehr so weit entfernt ist von diesen verrückten Kleinstadtleuten, die irgendwo in der Wüste im Südwesten Amerikas leben.

Alle Geschichten aus Night Vale:

Band 1:
Willkommen in Night Vale
Band 2:
Der lächelnde Gott

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