Skorpione

Autor: Cid Jonas Gutenrath
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-28949-6
Erscheinungsdatum (D) 09.03.18 Seiten 368

Skorpione

Inhalt

Expolizist Sascha Simoneit hat es einmal zu weit getrieben, und nun muss er sich mit anderen Arbeiten als dem Polizeidienst verdingen. Aufgrund seiner Erfahrungen und vielfältigen Kontakte in Berlin, vorzugsweise in Moabit, hat er kurzerhand eine Privatdetektei eröffnet, versteckt in einem Hinterhof und getarnt als Reparaturwerkstatt. Während seine Mitarbeiter mitunter auch tatsächlich Waschmaschinen reparieren und Mama Ruth die Büroarbeit managed, versucht Sascha das ein oder andere Verbrechen zu klären und Gerechtigkeit herzustellen, wo sie nicht zu finden war.
Eines Tages erscheint eine verzweifelte Mutter und bittet ihn um Hilfe. Ihre Tochter wurde entführt, mittlerweile ist sie wieder da, aber es fehlt ihr eine Niere. In einer stümperhaften Operation wurde sie ihr entfernt und nun liegt das Mädchen im Koma.
Eigentlich ist Sascha diese Aufgabe einfach eine Nummer zu groß. Doch ehe er es sich versieht, sind er und alle um ihn herum in den Fall verwickelt und als er erkennt, wer hinter dem Drama steht und welche Ausmaße dieser Fall annimmt, weiß er, dass seine Vorbehalte mehr als begründet gewesen waren. Aber es ist zu spät und Sascha und seine verschiedenen Helfer gehen ihren Weg bis zum bitteren Ende ...

Buchkritik von Angelika  Koch

Der Autor, Cid Jonas Gutenrath, arbeitete in seiner Laufbahn unter anderem als Türsteher, Marine-Taucher, Polizist und Zivilfahnder und in der Notrufzentrale der Berliner Einsatzzentrale. So ungewöhnlich wie sein Name und seine Laufbahn sind, so ungewöhnlich ist sein Buch „Skorpione“.
Wenn es hier eine bessere Bewertung gäbe, so hätte der Autor sieben oder acht Sterne verdient. Mindestens. Diese Geschichte ist von vorne bis hinten und in jeder Hinsicht überaus überraschend.
Es ist schwierig, mit einer Kritik nur annähernd diesem Buch gerecht zu werden.
Man müsste schon fast eine Checkliste machen, um alle überaus hervorragend umgesetzten Punkte abzuarbeiten. Protagonisten: Charakterköpfe allesamt, einmalig, interessant, einzigartig, authentisch, hevorragend dargestellt. Spannungsbogen: straff und lückenlos von der ersten bis zu letzten Zeile. Geschichte: Ungewöhnlich, überaus vielschichtig, unterhaltend und faszinierend. Schreibstil: Herrlich! Luftig, locker, Berliner Schnauze, trotzdem anspruchsvoll. Schon alleine die Gespräche zwischen Mungo und Sascha sind unbezahlbar! Handlungsverlauf: Wenn es hier noch eine Steigerung gäbe, dann wäre der Handlungsverlauf noch besser als der Rest. Gutenrath springt zwischen verschiedenen Zeiten hin und her, schiebt zudem einzelne Begebenheiten dazwischen, bei denen der Leser erst mal gar nicht weiß, wofür sie gut waren und lässt dann immer wieder einzelne Puzzleteile zusammenfallen, um zum Schluss ein fertiges, durch und durch schlüssiges Bild entstehen zu lassen, das keine Fragen offenlässt. Und er schafft es zudem, den Leser bei sich zu behalten, ihn nicht loszulassen und irgendwo unterwegs zu verlieren. In keiner Sekunde verliert man hier den Anschluss.
Eigentlich möchte man immer und immer weiterlesen. Das Buch könnte endlos sein, man würde es so gerne immer wieder in die Hand nehmen. Dabei wäre einem sogar noch der Plot egal, Hauptsache es ginge weiter. Verzweifelt sucht der Leser am Schluss nach einem Hinweis, ob es weitere Bücher mit diesem ungewöhnlichen Team geben wird. Ja, bitte! Nein, vielleicht doch nicht? Oder doch? Oh bitte! Bitte unbedingt weitermachen, lieber Herr Gutenrath! Dieses Team muss weiterleben!

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