Die Party

Autor: Jonas Winner
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43918-4
Erscheinungsdatum (D) 10.09.18 Seiten 366

Die Party

Inhalt

Zehn Partygäste finden sich am 31. Oktober auf Brandons Halloweenparty, in seinem Glasbungalow auf einem Felsplateau hoch über dichten Wäldern, ein. Sie waren damals, in den Achtzigerjahren, beste Freunde, und offenbar möchte Brandon nun, dreißig Jahre später, die alten Zeiten noch einmal aufleben lassen. Bedingung, um überhaupt eingelassen zu werden, ist dass alle ihre Handys abgeben müssen. Doch schon bereits bei der Begrüßung kommt es zur Katastrophe: Was von Brandon als Schockeffekt geplant war, wird zum tödlichen Ernst. Die Aufhängung des Kronleuchters, auf dem er sich eben über seine Gäste zu Boden geschwungen hat, löst sich und begräbt den Gastgeber unter sich. War das wirklich nur ein Unfall? Alles, was sich in der Folge zuträgt, belehrt die Hoffnungen der zehn Parygäste eines Besseren.

Offenbar befindet sich ein Mörder unter ihnen, der es sich zum Ziel gemacht hat, einen nach dem anderen auszulöschen. Derjenige, der von den Zehn am Ende übrig bleibt, darf die Party ungeschoren verlassen. Misstrauen und Paranoia breiten sich unter den Gästen aus – denn nur allzu schnell wird sich zeigen, wer das nächste Opfer ist…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Wer sich bei der Inhaltsangabe dieses Thrillers an Agatha Christies „Zehn kleine Negerlein“ erinnert fühlt, kommt der Wahrheit ziemlich nahe. Ein abgelegenes Haus, die Ankündigung einer fröhlichen Party, die bald zum tödlichen Ernst wird und eine Schar von Gästen, die Stück für Stück dezimiert wird – genau in diesen Punkten lässt sich „Die Party“ mit Christies Klassiker vergleichen. Ansonsten aber ähnelt Winners Thriller eher einem blutigen Slasher-Streifen, was sich schon an der grausigen Kronleuchter-Szene deutlich sehen lässt. Hier und in dem darauf folgenden Mord finden sich ganz eindeutig die stärksten Momente dieses Thrillers, der in der Folge dann leider deutlich abflacht. Zu klischeehaft geht Winner in der Zeichnung seiner Charaktere vor, als dass wirkliche, atemlose Spannung entstehen könnte. Ähnlich wie in den einschlägigen Schockern aus dem Slasher-Genre ahnt man relativ schnell, wer den Horror überleben wird und wer das nächste potentielle Opfer sein könnte.

Auch die Rahmenhandlung, die zunächst noch ganz reizvoll erscheint, begibt sich zusehends in immer abstrusere Bahnen, die mit einem klug konstruierten Plot nicht allzu viel zu tun haben. Obwohl Winner die Fähigkeit besitzt, atmosphärische Schauplätze zu erschaffen und diese gekonnt für dramaturgische Zwecke einsetzt, kann die Entwicklung, die seine Geschichte nimmt, immer weniger überzeugen. Nichtsdestotrotz beherrscht Jonas Winner die Kunst, eine fesselnde, packende und Gänsehaut erzeugende Geschichte zu erzählen. Trotz der genannten Schwachpunkte, ist ihm das auch mit „Die Party“ zweifelsohne wieder gelungen. Ein bisschen mehr logisches Fundament und überzeugendere Charaktere hätten diesem Thriller aber durchaus gut zu Gesichte gestanden.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen