Das tote Mädchen vom Strand

Autor: Lara Dearman
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48667-0
Erscheinungsdatum (D) 17.09.18 Erschienen 2017
Seiten 463
Übersetzung Marie-Luise Bezzenberger

Das tote Mädchen vom Strand The Devil's Claw

Inhalt

Es ist für die junge Journalistin Jennifer Dorey nicht leicht, auf der so beschaulich erscheinenden Insel Guernsey wirklich spannende Geschichten zu finden. Doch ein furchtbares Ereignis zwang sie, das pulsierende London mitsamt einem spannenden Job hinter sich zu lassen und auf ihre Heimatinsel zurückzukehren. Als allerdings eines Nachts am Strand ein ertrunkenes Mädchen gefunden wird, das sich scheinbar selbst getötet hat, wittert Jennifer eine große Geschichte. Bei Nachforschungen stößt sie nämlich auf einen ähnlichen Todesfall, der sich viele Jahrzehnte zuvor auf Guernsey ereignet hat. Je länger die Journalistin sich mit dieser Geschichte beschäftigt, desto deutlicher wird, dass sie hier offensichtlich die dunkle Seite ihrer so geliebten Insel zu Gesicht bekommt.

Jennifer findet heraus, dass im Lauf der letzten Jahrzehnte immer wieder junge blonde Frauen ums Leben kamen, die einander auf verblüffende Weise ähnelten. Sie alle wurden von ihrem Mörder mit demselben Zeichen auf ihrer Haut versehen – einem Zeichen, das in der Welt der Mythen Guernseys direkt mit dem Teufel in Verbindung steht…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit ihrem Debütroman „Das tote Mädchen vom Strand“ legt Lara Dearman einen Krimi vor, der sich vor allem durch seine atmosphärische Dichte und seinen mystischen Bezug auszeichnet. Die Autorin, die selbst auf Guernsey aufwuchs, versteht es, die Sagenwelt ihrer Heimatinsel mit einem spannenden Kriminalfall zu verbinden, der sich über Jahrzehnte hinzieht. Sie scheut nicht davor zurück, auf ein dunkles Kapitel Guernseys zu sprechen zu kommen, das eng mit der Besatzung der Insel durch die Nazis verbunden ist. Die geschichtlichen Bezüge flicht Dearman dabei geschickt in die Handlung ein und spart auch die Folgen der damaligen Besatzung vor allem auch für die weibliche Inselbevölkerung nicht aus. So lässt sie ihre Leser teilhaben an einem Stück britischer Geschichte, das bis heute relativ unbekannt und kaum erwähnt ist und verleiht ihrem Krimi durch diesen geschichtlichen Bezug eine außergewöhnliche Tiefe.

Bei der Zeichnung der Charaktere ist es Dearman allerdings nur teilweise gelungen, wirklichen Tiefgang zu erzeugen. Weder die Journalistin Jennifer Dorey noch Detective Chief Inspector Michael Gilbert, die sich im Lauf der Geschichte als die eigentlichen Hauptfiguren entpuppen sollen, vermögen es, beim Leser einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Sie und auch die weiteren Protagonisten dieses Krimis verfügen nicht über die Art von Authentizität, um sie vor dem inneren Auge des Lesers plastisch werden zu lassen. Bis zum Ende hat man den Eindruck, es hier mit völlig Fremden zu tun zu haben, mit denen man höchstens ein paar unverbindliche Floskeln austauschen würde. Auch wenn „Das tote Mädchen vom Strand“ was Handlung und Atmosphäre anbelangt in allen Punkten zu überzeugen weiß, verliert die Geschichte leider aufgrund der zu oberflächlich gehaltenen Charaktere an Punkten.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen