Suche mich nicht

Autor: Harlan Coben
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-20545-5
Erscheinungsdatum (D) 18.06.19 Erschienen 2019
Seiten 479
Übersetzung Gunnar Kwisinski

Suche mich nicht Run Away

Inhalt

Simon ist auf der verzweifelten Suche nach seiner Tochter Paige. Von einem Tag auf den anderen verschwand sie spurlos und hat in einer Botschaft klargemacht, dass sie nicht gefunden werden will. Dabei lief doch scheinbar alles so gut in Paiges Leben: Gerade erst war sie an dem College angenommen worden, an dem auch ihr Vater gewesen war, und es schien so, als würde alles in ihrem Leben in den genau richtigen Bahnen verlaufen. Schließlich entglitt Paige Simon und seiner Frau Ingrid endgültig und zog sich komplett aus deren Leben zurück.

Simons Suche nach seiner Tochter führt ihn schließlich in den Central Park, wo er aufgrund eines Hinweises endlich auf eine Frau stößt, die seine Tochter sein soll. Doch Simon erkennt seine eigene Tochter kaum wieder, vor ihm steht ein Drogenwrack, verstört und voller Angst. Kaum hat er Paige gefunden, flieht sie schon wieder panisch vor ihm – und der verzweifelte Vater erkennt, dass es für ihn nur eine Chance gibt, seine Tochter zu retten: Er muss ihr in die dunkle und abgründige Welt folgen, für die sie sich offensichtlich entschieden hat. Doch die Konsequenzen, die Simons Entscheidung für ihn und seine Familie haben soll, sind derart brutal und hoffnungslos, dass sie alle drohen, in einem riesigen Abgrund verschluckt zu werden…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Harlan Cobens Thriller sind, was Spannungsaufbau und die Zeichnung facettenreicher Charaktere anbelangt, stets eine sichere Bank für jeden Thriller-Fan. Auch „Suche mich nicht“ bildet da keine Ausnahme – erneut überzeugt der Autor mit einer klug konstruierten und intelligent erzählten Geschichte, in der sich Hochspannung mit vielen emotionalen Momenten vereint. Gerade die Fähigkeit, starke Emotionen zu wecken und den Leser damit auf einer tieferen Ebene zu berühren ist es, die die Besonderheit von Cobens Thrillern ausmacht. In „Suche mich nicht“ erzählt er von der verzweifelten Suche eines Vaters nach seiner Tochter – die er, trotz allem, was sie ihrer Familie angetan hat, bedingungslos liebt. Vom ersten Moment an identifiziert man sich als Leser mit diesem Simon, dem seine Familie über alles geht und der ganz allmählich akzeptieren muss, dass alles, woran er bisher glaubte, auf einer Lüge aufgebaut ist. Simons Gefühle transportiert Coben auf geschickte und zutiefst authentische Weise zum Leser und bindet ihn damit gnadenlos an diese hochspannende und zugleich zutiefst berührende Geschichte.

Gerne sieht man als Leser da auch darüber hinweg, dass manche der Figuren hin und wieder fast schon wie Superhelden anmuten, die aufgrund außergewöhnlicher Umstande scheinbar über sich selbst hinauswachsen. Der Autor versteht es einfach, etwas zum Leser zu transportieren, das weit über die für das Genre üblichen Attribute hinausgeht und damit fast so etwas wie Magie zu erzeugen, der man sich kaum entziehen kann. Harlan Coben ist ohne jeden Zweifel ein über alle Maßen talentierter Erzähler, dem es gelingt, seine Leser an seiner Hand in die Tiefen seiner Geschichten zu entführen, aus denen sie am Ende nur äußerst ungern wieder auftauchen.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen