Der Kreidemann

Autor: C.J. Tudor
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31464-5
Erscheinungsdatum (D) 29.05.18 Erschienen 2018
Seiten 384
Übersetzung Werner Schmitz

Der Kreidemann The Chalk Man

Inhalt

Es war ein schrecklicher Unfall auf dem Jahrmarkt, der den damals zwölfjährigen Eddie erstmals mit dem Lehrer Mr. Halloran zusammenführte. Fast schien es, als wäre das Leben der beiden seit dem schicksalhaften Ereignis miteinander verbunden, denn kurze Zeit später rettete Mr. Halloran Eddie aus einer höchst gefährlichen Situation. Er brachte den Zwölfjährigen auf die Idee mit den Kreidezeichnungen, die er und seine vier Freunde dann für geheime Botschaften nutzten. Doch bald schon geriet die scheinbar so heile Welt der fünf Freunde aus den Fugen, und als die mysteriösen Kreidezeichnungen sie schließlich zu einem ermordeten Mädchen führten, bedeutete das das Ende ihrer Kindheit.

Dreißig Jahre später wird Ed mit den Geistern seiner Kindheit konfrontiert, die er über Jahrzehnte hinweg erfolgreich in die dunkelste Ecke seines Unterbewusstseins verdrängen konnte. Er erhält einen Brief, der zwei für ihn höchst bedeutsame Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Die Vergangenheit ist zu ihm zurückgekehrt und fordert Ed dazu auf, endlich wahrgenommen zu werden. Dann beginnt die Geschichte von einst sich zu wiederholen, und Ed muss begreifen, dass das Spiel nie zu Ende war…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Wenn Stephen King, der Altmeister des Horrors, auf dem Klappentext verkündet, wenn man seine Bücher möge, würde man auch dieses verschlingen, fragt man sich bang, ob das nicht etwas zu hoch gegriffen für C.J. Tudors Debüt sein könnte. Doch schon nach den ersten paar Seiten wird einem klar, es hier wirklich mit einem außergewöhnlichen Thriller zu tun zu haben, der denen von King auf faszinierende Weise ähnelt, ohne diese allerdings abzukupfern. Eine unheimliche Atmosphäre breitet sich von den Zehen bis in die Fingerspitzen aus, lässt die Ahnung einer sich anbahnenden Katastrophe entstehen und katapultiert einen in einen rasanten Sog, aus dem man nicht mehr zu entkommen vermag. Bei der Wahl ihrer fünf Protagonisten, den unzertrennlichen Freunden, die in diesem heißen Sommer Schreckliches erleben, hat Tudor wirklich alles richtig gemacht, ihnen möchte man überallhin folgen.

Man befindet sich während der Lektüre von „Der Kreidemann“ in einem permanenten Wechselbad zwischen Realität, Wahnvorstellungen und wirren Albträumen, die immer mehr ineinander zu zerfließen scheinen. Es gelingt Tudor, die Spannungsschraube immer weiter anzudrehen, den Leser ein ums andere Mal in die Irre zu leiten und dabei eine klug konstruierte und zu Herzen gehende Geschichte zu erzählen. „Der Kreidemann“ ist einer dieser Ausnahmethriller, dessen Auflösung immer mehr zur Nebensache gerät, weil die Geschichte an sich wie ein Labyrinth immer weiter in die Tiefe und zum Kern des Rätsels führt. Am Ende der Lektüre steht eines ohne jeden Zweifel fest: Den Namen C.J. Tudor sollte man sich als versierter Leser der Spannungsliteratur auf jeden Fall merken!

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