Die Formel

Autor: Dan Wells
Genre: Thriller
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492704694
Erscheinungsdatum (D) 02.05.18 Erschienen 2016
Seiten 528
Übersetzung Jürgen Langowski

Die Formel Extreme Makeover

Inhalt

Lyle Fontanelle, Wissenschaftler bei einer Kosmetikfirma, entwickelt eine neue Hautcrème. An und für sich nichts Besonderes. Aber als er entdeckt, welche unglaublichen Ergebnisse sie erzielt, ist er selbst verblüfft und präsentiert diese Errungenschaft stolz der Geschäftsleitung. Ein Name ist schnell gefunden: ReBirth soll die Wundercrème heißen, denn schlussendlich wird der Verbraucher tatsächlich nach gewisser Anwendungszeit wie neu geboren aussehen.
Die Geschäftsleitung ist natürlich begeistert und erste Testreihen werden gemacht. Doch bevor Lyle sich noch über den Erfolg freuen kann, fängt alles an, aus dem Ruder zu laufen. Personen aus der Testreihe zeigen merkwürdige Symptome, und auch seine Mitarbeiterin verändert sich. Lyle ist beunruhigt und setzt alles daran, herauszufinden, was passiert ist. Doch das Ergebnis seiner Recherche ist mehr als niederschmetternd: Die Lotion überschreibt die DNA der Nutzer und macht sie so zu Klonen anderer Menschen.
Lyle will die Produktion und den Verkauf von ReBirth stoppen, doch es ist schon zu spät. Eine solche Crème erweckt geldgierige Fantasien und als sie an die Öffentlichkeit gerät, ist der Untergang der Welt praktisch vorprogrammiert ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Dan Wells berichtet in seinem Nachwort, dass er bereits 2010 die Idee zu diesem Buch hatte und bis zur Veröffentlichung in 2016 stetig daran arbeitete. Vielleicht ist das der Grund für die Hauptschwäche des Buches: Die einzelnen Etappen wirken, als lägen zwischen ihnen große Zeitabstände, der Leser verliert den Faden, weil ebendieser immer wieder vom Autor nicht mehr aufgenommen wurde. Viel zu oft wird ein Erzählstrang entwickelt und dann plötzlich fallengelassen.
Während die Geschichte am Anfang noch wirklich spannend und zusammenhängend ist, verliert sie sich im Verlauf immer mehr in ein Chaos. Das wiederum hat zum Ergebnis, dass der Leser irritiert ist und die Spannung völlig abhanden kommt. Zudem – bei allem Verständnis für die Fantasy-Hingabe des Autors – das ist doch alles ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen. Sicherlich hat Dan Wells in folgenden Punkten recht: Zum einen ist der Mensch immer gieriger danach, nicht älter zu werden, sich zu verändern zugunsten eines Idealbildes und zum anderen ist Geldgier eine der größten treibenden Kräfte der Menschheit, die sicherlich auch die unwahrscheinlichsten Dinge wahr werden lassen kann. Aber welche Geschichte er nun aus diesen Gedanken heraus entwickelt hat, welche Handlungsverläufe sich daraus ergeben und wie der Untergang der Menschheit somit vonstatten geht, das ist wirklich hanebüchen.
Auch die Protagonisten wirken unecht, plakativ. So polarisiert sind die wenigsten Menschen, aber hier sind es gleich alle. Lyle vor allem ist dem Leser zudem mit seiner Unentschlossenheit, Selbstliebe und seiner Auffassung von sich selbst zutiefst unsympathisch, was zur Folge hat, dass man ihn eigentlich auch gar nicht länger begleiten möchte. Das Ende des Buches ist dermaßen überspannt, hier möchte man es am liebsten in die Ecke pfeffern. Da gab es aber schon weitaus Besseres von diesem Autor!

Dan Wells ist auch der Autor der Serienkiller-Reihe um John Cleaver, die ebenfalls bei BOOKSECTION vollständig vorliegt.

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