Final Girls

Autor: Riley Sager
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21730-9
Erscheinungsdatum (D) 31.05.18 Erschienen 2017
Seiten 415
Übersetzung Christine Blum

Final Girls

Inhalt

Quincy ist die einzige Überlebende eines Massakers, dem alle Freunde, mit denen sie eine wilde Party im Wald feiern wollte, zum Opfer fielen. Was sie damals als junge Studentin erlebte, hat Quincy ganz tief in ihrem Unterbewusstsein vergraben – und niemand soll es je wagen, daran zu rühren. Mühsam hat sie sich ein einigermaßen normales Leben aufgebaut, doch zehn Jahre nach den grauenvollen Ereignissen klopft die Realität unerbittlich an Quincys Tür: Lisa Milner wird ermordet aufgefunden, auch sie, wie Quincy ein „Final Girl“. Auch Lisa war vor langer Zeit Überlebende eines grässlichen Massakers, weshalb sie beide, ebenso wie Samantha Boyd, von der Presse als „Final Girls“ bezeichnet wurden. Nun ist Lisa also tot, und kurz darauf steht plötzlich Samantha vor Quincys Tür, deren scheinbar so heiles Leben von einer Minute zur nächsten komplett über ihr zusammenbricht.

Als Quincy eine erschreckende Nachricht erhält, beginnen sie und Samantha sich zu fragen, ob jemand alle Final Girls auslöschen möchte. Quincy muss sich der Erkenntnis stellen, dass der Schlüssel zu allem in den Ereignissen in Pine Cottage liegt, die nur Quincy damals überlebte. Doch so sehr sie es auch versucht, kann sie sich nicht daran erinnern, was in jener Nacht tatsächlich geschah, und als Samanthas Verhalten sich auf besorgniserregende Weise zu verändern beginnt, muss sie sich der bangen Frage stellen, wem sie eigentlich noch trauen kann…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In seinem Debütthriller „Final Girls“ gibt Riley Sager eine Geschichte zum Besten, die einen von der ersten Seite an gnadenlos in ihren Bann zieht. Es gelingt dem Autor, eine unheimliche, von latenter Bedrohung dominierte Atmosphäre zu erschaffen, die einen in einen Dauerzustand von Paranoia und Atemlosigkeit versetzt. Vor allem sein Final Girl Quincy ist eine zutiefst faszinierende Protagonistin, die den Begriff traumatisiert förmlich zu verkörpern scheint. Die Art und Weise, wie Sager diese Figur aufbaut, ihre Verdrängungsmechanismen schildert und zeigt, wie ihre perfekte Fassade allmählich zu bröckeln beginnt, zeugt von einem tiefen Verständnis dieser Thematik. Quincy gegenüber steht die zutiefst manipulative Samantha, deren Beweggründe man erst gegen Schluss allmählich zu begreifen beginnt, was die Spannung immer mehr ins Unerträgliche steigert. Auch in der Zeichnung seiner weiteren Charaktere zeigt Riley Sager ein sicheres Händchen, was diesem Thriller eine unglaubliche Authentizität verleiht.

Je länger er seine Leser in der Handlung vorantreibt, desto verwirrender und undurchdringlicher scheint alles zu sein. Die Kategorisierung in gut oder böse, richtig oder falsch, wird immer schwieriger, und die Auflösung ist dann derart unerwartet, dass es einem beinahe den Atem verschlägt. „Final Girls“ ist ein von Anfang bis Ende packender und fesselnder Thriller, der eine klug konstruierte und bis ins Detail durchdachte Geschichte erzählt, die einen nicht so schnell wieder aus ihren Fängen lässt.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen