Wie man die Zeit anhält

Autor: Matt Haig
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28167-6
Erscheinungsdatum (D) 20.04.18 Erschienen 2017
Seiten 384
Übersetzung Sophie Zeitz

Wie man die Zeit anhält How To Stop Time

Inhalt

Rein äußerlich wirkt Tom Hazard wie ein Mann von vierzig Jahren – doch in Wirklichkeit ist er über 400 Jahre alt. Tom hütet ein Geheimnis, das jegliche Nähe zu anderen Menschen verhindert, würde es doch vor allem die in Gefahr bringen, die ihm besonders nahe stehen. Diese schmerzhafte Erfahrung musste Tom ganz zu Anfang seines nun schon Jahrhunderte andauernden Lebens machen – und sie soll sich auf gar keinen Fall noch einmal wiederholen. Aus diesem Grund ist Tom nun schon die ganzen Jahrhunderte hinweg vor allem eines: einsam. Denn alle acht Jahre nimmt er eine neue Identität an, um sein Geheimnis zu hüten und zu verhindern, dass er jemand anderem womöglich emotional zu nahe kommt. Ein einziges Mal war Tom unsterblich verliebt, doch diese große Liebe endete in einer Tragödie und für ihn in unsäglichem Schmerz.

Nun hat Tom gerade eine neue Identität als Geschichtslehrer in London angenommen, gibt sich als zurückhaltend und wenig bedacht auf soziale Kontakte. Doch Camille, die an seiner neuen Schule französisch unterrichtet, scheint sämtliche Barrieren, die sich Tom über die Jahrhunderte hinweg errichtet hat, mühelos einzureißen. Fast scheint es, als habe er keine Kontrolle mehr über seine sonst so strikt reglementierten Emotionen – und plötzlich verändert sich einfach alles für den Zeitreisenden Tom Hazard…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Während der Lektüre von Matt Haigs Roman „Wie man die Zeit anhält“ schwankt man immer wieder zwischen dem Gefühl, hier gefühlsmäßig gerade mächtig manipuliert zu werden und einer emotionalen Berührtheit, deren man sich einfach nicht erwehren kann. Vor allem die Fantasy-Elemente, deren Haig sich hier bedient, wirken stellenweise etwas ungewohnt, weil man sie in einem klassischen Roman so eben nicht erwarten würde. Dennoch muss man allerdings sagen, dass es Haig die meiste Zeit gelingt, seine Leser mit auf Tom Hazards ungewöhnliche Lebensreise durch die Jahrhunderte zu nehmen. Auch wenn vieles etwas kitschig und klischeehaft wirkt, sind Toms Lebensstationen von der Elisabethanischen Ära in England, über Captain Cooks abenteuerliche Expeditionen und das Paris der Zwanziger Jahre bis in die Gegenwart äußerst lebendig und amüsant beschrieben. Matt Haig stellt hier ein großes geschichtliches Wissen unter Beweis und schafft es, die einzelnen Zeitphasen, in denen Tom sich bewegt, authentisch und voller Humor zum Leser zu transportieren.

„Wie man die Zeit anhält“ ist ein zugleich seltsamer und auf magische Weise berührender Roman, der zeigt, wie wenig es uns tatsächlich möglich ist, die absolute Kontrolle über unser Leben zu haben – und wie befreiend es sein kann, diese einfach aufzugeben. Dabei ist es insbesondere Tom Hazards abenteuerliche Reise durch die Jahrhunderte, die „Wie man die Zeit anhält“ davor bewahrt, ein durchschnittlicher, mit Lebensweisheiten gespickter Liebesroman zu sein. Vor allem gegen Ende legt Matt Haig deutlich an Tempo zu und verleiht seiner Geschichte Spannung und Intensität, die den Leser auf wohltuende Weise mit dem einen oder anderen klischeehaften Stolperstein versöhnen.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen