Das Atelier in Paris

Autor: Guillaume Musso
Genre: Roman
Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-446-2
Erscheinungsdatum (D) 01.06.18 Erschienen 2017
Seiten 461
Übersetzung Eliane Hagedorn, Bettina Runge

Das Atelier in Paris Un appartement à Paris

Inhalt

Die Londoner Polizistin Madeline muss nach einer schweren Lebenskrise endlich etwas Ruhe finden, weshalb sie sich ein kleines Atelier mitten in Paris gemietet hat. Doch kaum in der wunderschönen Wohnung angekommen, die einst dem gefeierten Maler Sean Lorenz gehörte, sieht sie sich einem fremden Mann gegenüber. Gaspard, ein verschrobener amerikanischer Schriftsteller, hat sich nämlich das gleiche Atelier ausgesucht, um dort in Ruhe sein nächstes Theaterstück schreiben zu können. Offenbar gab es bei der Buchung einen Irrtum, weswegen die beiden nun wider Willen gezwungen sind, es für einige Tage miteinander auszuhalten. Denn weder Madeline noch Gaspard sind bereit, sich eine andere Unterkunft zu suchen, fühlen sie sich doch unwillkürlich in den Bann dieser außergewöhnlichen Wohnung gezogen, die ein Ort der Inspiration und Ruhe zu sein scheint.

Auf ungewöhnlichem Weg erfahren die Polizistin und der Schriftsteller vom tragischen Schicksal Sean Lorenz’, der aufgrund des gewaltsamen Todes seines kleinen Sohnes fast sein gesamtes Werk zerstörte und kurz darauf verstarb. Doch angeblich sollen noch drei Bilder des Malers existieren, die allerdings verschollen sind und als unermesslich wertvoll gelten. Von Neugier und Mitgefühl getrieben, begeben sich Madeline und Gaspard auf die Jagd nach Sean Lorenz’ Nachlass, die sie von Paris nach New York führt und sie mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In „Das Atelier in Paris“ knüpft Guillaume Musso an die Ereignisse seines 2012 in Deutschland erschienen Romans „Nachricht von dir“ an und erzählt die Geschichte der Polizistin Madeline weiter. Von Anfang an stolpert man allerdings über den etwas gewollt wirkenden Plot und die teilweise arg konstruierten Ereignisse, die der Glaubwürdigkeit dieser Geschichte nicht eben zuträglich sind. Hinzu kommt, dass Madeline und Gaspard, die beiden Hauptfiguren dieses Romans so gegensätzlich sind, dass man als Leser immer wieder zurückschreckt, wenn sie auf fast schon aggressive Weise aufeinander treffen. Diese Charaktere harmonieren nicht einmal ansatzweise miteinander, weshalb die Entwicklung, die „Das Atelier in Paris“ nimmt, weder überzeugend noch authentisch ist. Hinzu kommt noch, dass die Handlungen der einzelnen Figuren oft alles andere als nachvollziehbar erscheinen und den Leser oftmals etwas ratlos zurücklassen.

Auch wenn Musso in „Das Atelier in Paris“ eine durchaus zu Herzen gehende und bewegende Geschichte zu erzählen weiß, ist die Auflösung derselben durch Lokiglücken gekennzeichnet und am Ende fast schon hanebüchen. Hier fühlt man sich als Leser teilweise wirklich für dumm verkauft, werden hier doch Erklärungen geliefert, die alles andere als überzeugend oder nachvollziehbar sind. Auch wenn Musso in diesem Roman für den einen oder anderen Spannungsmoment sorgt und mit seinem liebenswerten und humorvollen Erzählstil punkten kann, ist der Plot doch recht vorhersehbar und zeichnet sich vor allem durch Fehler in der Logik und mangelnde Überzeugungskraft aus.

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