Stromland

Autor: Florian Wacker
Genre: Roman
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1360-6
Erscheinungsdatum (D) 01.03.18 Seiten 352

Stromland

Inhalt

Im Jahr 1984 macht sich Irina gemeinsam mit ihrem Freund Hilmar auf die Suche nach ihrem Zwillingsbruder Thomas, der irgendwo in oder um Iquitos am Amazonas spurlos verschwunden ist. Thomas war Teil der Filmcrew um Werner Herzog und Klaus Kinski, seine Spur verlor sich allerdings nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“. Irina ist überzeugt davon, dass Thomas noch am Leben ist und hält sich verbissen an jedem Zipfelchen einer Hoffnung fest. Ihre und Hilmars Reise entlang der großen Flüsse bis tief in den Regenwald des Amazonasbeckens gestaltet sich zu einer regelrechten Odyssee in menschliche Abgründe, verborgene Hoffnungen und Sehnsüchte, und könnte beide am Ende alles kosten…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Stromland“ erweist sich von der ersten Seite an als ein durch und durch ungewöhnliches und irgendwie fremd anmutendes Buch, das auf mehreren Ebenen vom spurlosen Verschwinden und der Suche nach dem reinen, authentischen Leben erzählt. Florian Wacker berichtet von unberührten, fast schon verwunschenen Orten, von der hilflosen Kapitulation angesichts immenser Naturgewalten und von der nie versiegenden Sehnsucht nach einem Neuanfang. Er führt seine Leser dabei mit sicherer Hand durch drei Jahrhunderte, erzählt von Auswanderern und Abenteurern, die ihre Spuren im unergründlichen Regenwald hinterlassen haben – Spuren, die so schnell wieder zuwucherten, dass es keine Erinnerung mehr an die gibt, die sie hinterlassen haben. Ganz allmählich verwebt er dabei die unterschiedlichen Ebenen, die einzelnen Personen und Familiengeschichten zu einer engmaschigen Geschichte, die Stück für Stück ein großes Ganzes erahnen lässt.

Irinas verzweifelte und von Anfang an hoffnungslos erscheinende Suche nach ihrem verschollenen Zwillingsbruder ist dabei Dreh- und Angelpunkt dieses Romans, der historische Fakten mit fesselnder Fiktion vermischt. Durch die Erwähnung allgemein bekannter Episoden, wie etwa die von den Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“, gewinnt Wackers Geschichte etwas zutiefst Authentisches, die dem Leser fast schon das Gefühl gibt, mittendrin im Geschehen zu sein. Die unbändige Macht der Natur erschließt sich in diesem Roman auf fast jeder Seite und löst beim Leser immer wieder aufs Neue die drängende Frage aus, was es denn nun eigentlich ist, was das Menschsein am Ende ausmacht. „Stromland“ ist ein äußerst kraftvoller, origineller und packend erzählter Roman, der am Ende viele Fragen offen lässt und gerade deshalb noch lange nachhallt.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen