Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen

Autor: James Carol
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21550-3
Erscheinungsdatum (D) 01.11.14 Erschienen 2014
Seiten 384
Übersetzung Wolfram Ströle

Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen Broken Dolls

Inhalt

Jefferson Winter macht seinem Namen alle Ehre: Seit er Anfang 20 ist, sind seine Haare schlohweiß. Ein Gendefekt. Was er tief in seinem Inneren fürchtet, ist, dass auch andere Gene auf ihn übergegriffen haben könnten: Sein Vater war ein grausamer Serienkiller. Doch diese Furcht lässt er nicht zu, hat sie ins Gegenteil verkehrt und jagt seit Jahren den Abschaum der Menschheit, zuerst beim FBI und nun als selbstständiger Profiler. Doch nicht nur das macht ihn mehr als speziell. Er verfügt zudem über eine weit überdurchschnittliche Intelligenz, eine unglaubliche Merkfähigkeit, ist eigenwillig und lässt sich von seinem präzisen Instinkt leiten. Noch dazu ist er ein begnadeter Klavierspieler und liebt Mozart über alles. Sein Leben verbringt er in Hotelzimmern, immer auf der Jagd nach dem nächsten Täter.
Diesmal bringt ihn seine Berufung nach London. Hier treibt ein Serientäter der besonderen Art sein Unwesen: Nachdem er die Opfer über Monate gequält und gefoltert hat, zerstört er ihr Ich durch eine Lobotomie und lässt sie dann „frei“, wobei dies nie mehr ein Leben in Freiheit sein wird.
Das fünfte Opfer ist gerade entführt worden, und für Winter beginnt ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit. Wird er das Rätsel rechtzeitig lösen oder wird auch dieses Opfer wieder als seelenlose Hülle enden?

Buchkritik von Angelika  Koch

Der Charakter des Protagonisten ist durch und durch ungewöhnlich, hat nichts gemein mit allem, was dem Leser bisher begegnet ist. Während sich andere Autoren immer wieder gerne aus der Klamottenkiste der Stereotypen bedienen, macht sich James Carol hier wirklich Gedanken und viel Mühe und erschafft ein neues Wesen, das den Leser ab der ersten Zeile in seinen Bann zieht. In Broken Dolls erzählt Carol die erste öffentliche Geschichte des Ermittlers und entblättert dabei die Figur des Jefferson Winter in all seinen Facetten. Es wird schnell klar, warum Winter immer wieder zu ungelösten Fällen gerufen wird und es wird auch schnell klar, mit welchen eigenen Dämonen er zu kämpfen hat.
Doch eben diese eigene Geschichte befähigt ihn dazu, dem Täter immer näherzukommen. Der Autor verzichtet in Broken Dolls völlig darauf, diesen näher zu beleuchten, es gibt keine Erzählstränge, die das Leben und somit das Verhalten des Menschen erklären will, der so viel Böses tut. Keiner wird dadurch auch nur einen Funken Verständnis oder gar Mitleid für den Täter empfinden. Das wiederum erhöht die Gier des Lesers, ihm auf die Spur zu kommen, und ehe man es sich versieht ist man mittendrin in dieser ersten überaus spannenden, intelligent konstruierten Geschichte und freut sich am Ende derselben schon auf das nächste Buch um diesen ungewöhnlichen Ermittler.

Von Jefferson Winter ist bisher zu lesen in:
Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen
Watch Me - Ich werde es wieder tun
Prey - Deine Täge sind gezählt

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