Messertanz

Autor: Katja Bohnet
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-51674-4
Erscheinungsdatum (D) 01.12.15 Seiten 302

Messertanz

Inhalt

Viktor Saizew und Rosa Lopez arbeiten beide beim LKA in Berlin. Und beide haben mit enormen Einschränkungen zu kämpfen. Während Viktor eindeutig krank ist und sich aber gegen alle Untersuchungen wehrt, hat Rosa einen anderen, schlimmen Schicksalsschlag zu verkraften: Ihr Sohn ist vor acht Jahren entführt worden. Es fehlt jede Spur. Zusammen bilden sie somit ein angeschlagenes, aber dennoch mit scharfem Verstand arbeitendes Team. Wobei Team eigentlich auch nicht das richtige Wort ist, denn Viktor ist vom Dienst befreit worden.
Eine überaus brutal verstümmelte Leiche führt die beiden zu ihrem mehr oder weniger inoffiziellen nächsten Fall, der sich zunehmend als größeres Ganzes entpuppt. Der Weg führt nach langen Ermittlungen, die immer verworrener erscheinen, nach Russland, in einen Sumpf aus Korruption und Unmenschlichkeit. Dabei stoßen sie auf traurige Schicksale und Menschen, die aus ihrer Vergangenheit eine noch brutalere Gegenwart erschaffen haben, die kein Mitleid oder Mitgefühl kennt. Ohne Vorwarnung treffen beide dabei auf ihre eigene Geschichte und können sich bald selbst nicht mehr von den Geschehnissen distanzieren.

Buchkritik von Angelika  Koch

Absoluter Pluspunkt dieser Geschichte ist die Zeichnung der Charaktere. Die Protagonisten – allen voran Viktor und Rosa – haben eine ungewöhnliche, nicht abgedroschene und somit immer wieder beschriebene Geschichte, die eine erfreuliche Abwechslung bietet und den Leser mitreißt, ohne dabei langweilig zu werden. Das erzeugt Hoffnung auf eine ebenso spektakuläre Story, die den Protagonisten würdig ist. Anfangs will dies auch gelingen und eine lange Strecke des Buches erfüllt die Erwartungen voll und ganz.
Doch dann – leider – passiert irgendwas, was schwer zu begreifen ist. Das Buch fängt an löchrig zu werden, die Handlungen werden unlogisch, plötzliche Wendungen sind nicht mehr nachvollziehbar und der ein oder andere Fehler schleicht sich ein. Auch wenn man immer wieder überlegt, ob man selbst irgendwas übersehen hat, bleibt dieses seltsame Gefühl, den Anschluss verpasst zu haben; als ob die Autorin ihre Gedanken zwar gehabt hat, aber nicht schlüssig in die Geschichte einbauen konnte. Damit geraten auch die Charaktere ins Trudeln und werden teilweise unglaubwürdig. Das ist enorm schade, denn sie alle und die Geschichte selbst hatten ein überaus großes Potential.
Viktor und Rosa möchte man aber noch sehr gerne eine weitere Chance geben. Vielleicht war dies nur einfach ein etwas holpriger Anfang der Arbeit eines großen Ermittlerteams, das sein gemeinsames Wirken erst selbst erfinden muss.

Viktor Saizew und Rosa Lopez ermitteln in:

Messertanz
Kerkerkind
Krähentod

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen