Miese kleine Morde

Autor: Jussi Adler-Olsen
Genre: Krimi
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21762-0
Erscheinungsdatum (D) 21.09.18 Seiten 128
Übersetzung Hannes Thiess

Miese kleine Morde Intriguing little killings

Inhalt

Lars Hansen, gerade von seiner Ehefrau verlassen worden, kann eines ganz sicher nicht vergessen: dass sie ihn am Ende tatsächlich als Langweiler bezeichnet hat. Er, ein Langweiler! Was fällt dieser Frau eigentlich ein? Und dabei hat er sie doch wirklich mal irgendwann geliebt – auch wenn das schon sehr lange her ist. Doch den „Langweiler“ will Lars keinesfalls auf sich sitzen lassen, weshalb er sich schnurstracks in einen edlen Schönheitssalon begibt, um sich quasi einen neuen Anstrich verpassen zu lassen und seine Ex-Frau somit Lügen zu strafen. Doch die regelmäßigen Besuche bei Francois gehen gehörig ins Geld, weshalb Lars sich ständig den Kopf darüber zerbricht, wie er mehr davon verdienen könnte.

Da kommen ihm unversehens die vielen enttäuschten Ehefrauen, die mit ihm den Schönheitssalon besuchen, zu Hilfe. Denn während die unbeschwert darüber plaudern, dass sie eine ganze Stange Geld dafür hinblättern würden, damit ihre garstigen Ehemänner endlich den Rasen von unten besähen, reift in Lars ein perfider Plan. Er hat eine geniale Geschäftsidee für sich entdeckt und wird sich auch schnell mit seiner ersten „Kundin“ einig. Auf äußerst erfinderische Weise erlöst er die bezahlwilligen Frauen von ihren Gatten und scheffelt schnell eine große Menge Geld. Doch dann geschieht etwas, was seine neue Geschäftskonstruktion gehörig ins Wanken bringt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Miese kleine Morde“ ließe sich mit einem geringen Umfang von nur 127 Seiten gut und gerne als Crime-Story bezeichnen, die perfekt in einem Band von Kurzgeschichten passen würde. Doch die Tatsache, dass diese kleine Geschichte aus der Feder von Jussi Adler-Olsen, dem dänischen „Popstar“ der Thriller-Szene stammt, berechtigt sie durchaus dazu, als kleines aber feines Büchlein herausgegeben zu werden. Vor allem die Fans von Adler-Olsen werden bei der Lektüre zweifelsohne auf ihre Kosten kommen, spricht doch aus jeder Zeile der feine und augenzwinkernde Humor des Dänen, der mehr als einmal für ein zufriedenes Schmunzeln beim Leser sorgen wird. Lars Hansen, Hauptfigur und durchaus sympathischer Schurke dieser Geschichte, ist ein Protagonist, wie wir ihn von Jussi kennen und lieben. Auf fast schon dummdreiste Art bahnt er sich unaufhaltsam seinen Weg auf die Sonnenseite des Lebens, schreckt dabei auch nicht davor zurück, handgreiflich zu werden und bringt manchen überflüssigen Ehemann auf fast schon beiläufige Art und Weise um die Ecke. Und dabei ist er alles andere, als ein Langweiler.

„Miese kleine Morde“ ist in erster Linie ein Schmankerl für alle Fans von Jussi Adler-Olsen. Ganz gewiss nicht zu vergleichen mit seinen klug konstruierten und verschlungenen Thrillern um das Sonderdezernat Q, dafür aber eine äußerst amüsante und mit viel Augenzwinkern erzählte Crime-Story, die man gut und gerne in einem Rutsch durchlesen kann.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen