All die bösen Dinge

Autor: Mary-Jane Riley
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48337-2
Erscheinungsdatum (D) 19.09.16 Erschienen 2015
Seiten 380
Übersetzung Sibylle Schmidt

All die bösen Dinge The Bad Things

Inhalt

Im englischen Suffolk verschwinden die vierjährigen Zwillinge Harry und Millie, während ihre Tante, die Journalistin Alex Devlin eigentlich auf sie aufpassen sollte. Harrys Leiche wird kurze Zeit später in einem Koffer gefunden, Millies Schicksal bleibt ungewiss. Ein Albtraum, der nicht nur das Leben von Alex und ihrer Schwester Sasha unwiederbringlich verändert, sondern auch weitreichende Folgen für die junge Ermittlerin Kate Todd hat, die den kleinen Harry fand.

Fünfzehn Jahre nach den schrecklichen Ereignissen wird Alex’ und Sashas Leben erneut durcheinander gewirbelt, als Jackie Wood, die damals als Mittäterin verurteilt wurde, vorzeitig aus der Haft entlassen wird. Wie sich herausstellt, waren weder sie noch der angebliche Mittäter, der sich in der Haft erhängte, Schuld am Tod von Harry und dem Verschwinden von Millie. In der Hoffnung, etwas über Millies Verbleib herauszufinden, nimmt Alex Kontakt zu Jackie Wood auf und gerät immer tiefer hinein in eine Spirale aus Lügen, Hass und Intrigen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„All die bösen Dinge“ ist eine Geschichte von zermürbenden Schuldgefühlen, finsteren Rachegedanken und tiefen, nie verheilten Wunden, in deren Zentrum die Journalistin Alex Devlin und die Ermittlerin Kate Todd stehen, die beide auf die eine oder andere Weise von den Ereignissen von vor fünfzehn Jahren gezeichnet sind. Beiden gleich ist ein permanentes Zurückhalten ihrer wahren Gefühle, ein stetes Verdrängen der fürchterlichen Ängste, die sie seither plagen. Gerade die Tatsache, dass beide all das nur mit sich allein ausmachen, keinen an ihrem Seelenleben teilhaben lassen, wirkt streckenweise unglaublich ermüdend und auch wenig glaubhaft. Kates permanente Weigerung, mit ihrem Mann über ihre Angst, Kinder zu bekommen, zu sprechen, nervt irgendwann nur noch, und auch Alex’ Art und Weise, mit ihren Schuldgefühlen und ihrer Trauer umzugehen, wirkt wenig authentisch.

Man wird als Leser hineingezogen in einen undurchdringlichen Sumpf aus versteckten Anspielungen, Lügen und dunklen Machenschaften und fühlt sich irgendwann völlig überfordert angesichts der Fülle von Halbwahrheiten und Betrügereien. Es will Mary-Jane Riley einfach nicht gelingen, kontinuierliche Spannung zu erzeugen und den Leser für ihre Figuren zu begeistern. Keiner, wirklich keiner in dieser Geschichte ist sympathisch oder authentisch, und vor allem Alex will man in keinem Moment bedingungslos folgen. Auch wenn Riley am Ende mit einer gelungenen und durchaus fesselnden Auflösung zu punkten weiß, hat man die Charaktere, die „All die bösen Dinge“ besiedeln, auch ganz schnell wieder vergessen.

Die Journalistin Alex Devlin ermittelt in folgenden Fällen:
All die bösen Dinge
Kalte Strömung

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen