Cop Town - Stadt der Angst

Autor: Karin Slaughter
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0551-6
Erscheinungsdatum (D) 09.11.15 Erschienen 2014
Seiten 544
Übersetzung Klaus Beer

Cop Town - Stadt der Angst Cop Town

Inhalt

Atlanta, 1974. Es ist Kate Murphys erster Arbeitstag beim Police Department, und der ist alles andere als ein Zuckerschlecken: Nicht nur ihre männlichen Kollegen machen ihr das Leben zur Hölle, starren unverhohlen auf ihre Brüste und machen anzügliche Bemerkungen, auch die neuen Kolleginnen legen ihr alle nur erdenklichen Steine in den Weg. Doch vor allem die Cops machen Kate nur allzu deutlich, dass eine weibliche Polizistin für sie keinen Cent zählt, sondern in ihren Augen nicht mehr als ein Fußabtreter ist. Auch Maggie Lawson, die eher unfreiwillig Kates Partnerin wird, hat mit den Anfeindungen der Kollegen zu kämpfen, wobei ihr Onkel Terry sie mit einer solchen Todesverachtung behandelt, dass jeder Tag im Police Department der reine Kampf ums Überleben für sie ist.

Hinzu kommt, dass die Ereignisse, die gerade über Atlanta hereinbrechen, für jeden einzelnen Cop absolut lebensbedrohlich sind, treibt doch ein Mörder sein Unwesen, der es ausschließlich auf Polizisten abgesehen hat. Der „Shooter“ hat einen regelrechten Schleier des Terrors über Atlanta gelegt, und jeder einzelne Cop fürchtet in Ausübung seines Dienstes um sein Leben. Was Maggie besondere Sorge bereitet ist die Tatsache, dass die Stimmung unter ihren Kollegen merklich kippt; es breitet sich blinde Raserei aus und allmählich scheint jedes noch so illegale Mittel recht, um den Täter zu überführen. In den Straßen Atlantas greift eine brutale Menschenjagd um sich, in der die Gejagten zu Jägern werden…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Außerhalb ihrer mittlerweile mit Kult-Status versehenen Grant-County- und GBI-Reihen ist Karin Slaughter mit dem Stand-Alone-Thriller „Cop Town“ erneut ein wahres Meisterwerk gelungen. Auf unverblümte und fast schon brutale Weise enttarnt die Autorin den immer mehr um sich greifenden Rassismus, die Homophobie und Frauenfeindlichkeit unter amerikanischen Polizisten während der 1970er Jahre. Schonungslos schildert sie die Repressalien, denen Polizistinnen ausgesetzt waren, die Demütigungen und sexuellen Übergriffe, die sie stillschweigend erdulden mussten, um ihre Arbeit machen zu dürfen. Dabei überzeugt Slaughter vor allem mit ihrer direkten, schnörkellosen Sprache und den absolut überzeugenden Retroschauplätzen, die einen regelrecht in die Vergangenheit zurückkatapultieren, in der es noch keine Handys gab und die Leute tatsächlich noch auf Telefonzellen angewiesen waren, um miteinander in Kontakt zu treten.

Obwohl Slaughter in „Cop Town“ einen äußerst packenden und klug konstruierten Fall aufrollt, ist es vor allem ihre Schilderung der Südstaatengesellschaft in den USA der 1970er Jahre, die den Leser aufwühlt. Manche Szenen sind nur schwer zu ertragen und machen deutlich, dass es noch gar nicht lange her ist, dass man als schwuler Polizist ebenso um sein Leben bangen musste, wie man als Polizistin stets damit rechnen musste, in einer dunklen Ecke von einem Kollegen vergewaltigt zu werden. Vor allem das unreflektierte Akzeptieren dieser Zustände vonseiten aller Beteiligten ist es, das manchmal kaum auszuhalten ist. Mit dieser bewegenden und absolut fesselnden Geschichte beweist Karin Slaughter einmal mehr, dass sie zu den ganz großen amerikanischen Thriller-Autorinnen gehört.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen