Dark Wood

Autor: Thomas Finn
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426518748
Erscheinungsdatum (D) 01.08.16 Seiten 464

Dark Wood

Inhalt

SURVIVE – Kämpft um Euer Überleben
Die Reality Show lockt mit 500.000 Euro für insolvente Firmen. Die Geldspritze erhält, wessen Mitarbeiter die knallharten Aufgaben des trashigen TV-Formats siegreich übersteht. Als Bonus darf sich das beste Teammitglied außerdem über eine Einzelprämie von 50.000 Euro freuen. Der Kampf um den eigenen Arbeitsplatz bringt so satte Einschaltquoten.

Auch die Beschäftigten der Hamburger Werbeagentur Studio Alsterblick wollen ihren Job retten und lassen sich auf den fragwürdigen Deal ein. Ihre Survive-Aufgaben führen das Team mitten hinein in die unwegsamen Wälder Norwegens. Hier hat sich die TV-Crew ein paar „nette“ Wettkampfaufgaben für die Gruppe einfallen lassen. Schnell merken Dagmar, Katja, Gunnar, Sören, Lars und Bernd, dass die Produktionsfirma im Vergleich zu früheren Shows noch einen drauf gelegt hat. Als die ersten Schwierigkeiten auftauchen, ist in der Gruppe das Vorhaben, sich gegenseitig nicht in Pfanne zu hauen, schnell vergessen. Die Masken fallen, doch das wahre Grauen lauert nicht in den eigenen Reihen, sondern in den dunklen Wäldern Norwegens…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

„Big Brother“ und „Dschungelcamp“ waren gestern. Heute gibt es dank Thomas Finn mit „Survive“ die nächste Stufe der Trash-Reality-Showformate. Finn hat in seinem neuen Thriller das bestehende TV-Angebot in diesem Sektor makaber aber gekonnt weitergesponnen und schafft so einen spannenden Einstieg in sein Buch. „Dark Wood“ entpuppt sich im weiteren Verlauf zwar mehr als Mysterie-Thriller denn als Horror, dennoch bleibt man gespannt, was auf die Gruppe der Werbeagentur Studio Alsterblick so alles in den Wäldern Norwegens wartet. Und das ist so einiges. Finn ist nicht zimperlich mit seinen Figuren. Hier trifft Survival-Action auf die menschlichen Abgründen. Bei all den Ideen, die Thomas Finn in seiner Handlung verarbeitet – der Bezug zu modernen urbanen Legenden würzt dabei kreativ die Story – bleibt „Dark Wood aber immer auch ein gutes Stück vorhersehbar, weil zu offensichtlich Stereotype bedient werden. Die Charaktere – sei es „die graue Maus“, der „Nerd“ aus der IT oder der selbstverliebte „Womanizer“ bleiben jederzeit in ihren Schablonen verhaften. So werden über weite Strecken die zu erwartenden Klischees erfüllt. Das ist nett zu lesen, überrascht aber wenig.

Thomas Finn ist ein guter Geschichtenerzähler, der es versteht, für den Leser mit seinen Worten lebendige Bilder zu zeichnen. „Dark Wood“ bleibt jedoch bei aller Kurzweiligkeit immer ein Stück weit zu sehr klischeebeladene Reißbrett-Story, um sich aus der Masse gleichartiger Bücher wirklich abzuheben.

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