Babylon

Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-65363-0
Erscheinungsdatum (D) 01.03.16 Seiten 528

Babylon

Inhalt

Um nach den aufreibenden Ereignissen in der Vergangenheit wieder etwas zur Ruhe zu kommen, hat Hannah Peters sich mit ihrem Mann John Evans und der gemeinsamen Tochter Leni an einen idyllischen Ausgrabungsort auf den Peloponnes zurückgezogen. Doch die Idylle endet jäh, als ihr Mäzen, der Multimillionär Norman Stromberg, mit einem dringenden Auftrag für die beiden eintrifft. Ausgerechnet in eine der gefährlichsten Krisenregionen unserer Zeit, das irakisch-syrische Grenzgebiet, sollen Hannah und John reisen, um ein rätselhaftes Bauwerk zu begutachten, auf das Forscher inmitten der irakischen Wüste gestoßen sind. Sein Zweck ist noch nicht ersichtlich, doch die elektromagnetischen Wellen, die es offensichtlich aussendet, erweisen sich als äußerst bedrohlich und besorgniserregend.

Hannah und ihr Team finden ein pyramidenartiges Bauwerk vor, das sich allerdings nicht in die Höhe, sondern in immer engeren Spiralen hinunter in die Erde schraubt. Auf ihrem Weg in die Unterwelt fühlen sich die Wissenschaftler zunehmend an einen Höllenschlund, Dantes Unterwelt gleich, erinnert. Von fanatischen Terroristen verfolgt, bewegt sich Hannahs Team immer tiefer hinein in die Tiefen einer uralten, rachsüchtigen Gottheit, aus denen es bald schon kein Entkommen mehr zu geben scheint…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In seinen zahlreichen Wissenschaftsthrillern nimmt Thomas Thiemeyer sich immer wieder rätselhafter Phänomenen an und kreiert daraus abenteuerliche Geschichten. Auch „Babylon“ ist eine rasanter Abenteuerthriller, der sich mit dem legendären Turmbau zu Babel befasst und diesem im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz neue Richtung gibt. Die Idee, diesen sagenumwobenen Turm von Babylon in einer unheilvollen Spirale in die Tiefen eines Höllenschlunds hinabzuführen, ist gleichermaßen großartig und spannend. Doch leider verliert sich der wissenschaftliche Ansatz zusehends in einem Strudel aus Mythen, rachsüchtigen Göttern und fabelhaften Wesen, die den Wissenschaftlern auf ihrer Reise begegnen. Selbst für einen Abenteuerroman geschehen hier zu viele mysteriöse und unlogische Dinge, als dass man diese Geschichte tatsächlich noch glaubhaft finden könnte.

Auch wenn es Thiemeyer in „Babylon“ erneut gelingt, sein breites Wissen um Geologie und Geographie auf unterhaltsame und auch äußerst interessante Weise einzubringen, driftet seine Geschichte ab einem gewissen Punkt ins Absurde und annähernd Lächerliche ab. Auch Hannah Peters, John Evans und Norman Stromberg, die wir aus Thiemeyers vorigen Romanen kennen, haben viel von ihrer Faszination verloren und wirken fast schon etwas verbraucht. Gegen Ende des Romans mag man ihnen kaum noch folgen und fühlt sich dann von der mysteriösen Auflösung leicht an der Nase herumgeführt. Auch wenn die rasanten Verfolgungsszenen unter der Erde für gehörige Spannung sorgen, ist es Thomas Thiemeyer in „Babylon“ leider nicht gelungen, eine innovative und spannende Idee schlüssig umzusetzen.

Die Reihe um Hannah Peters umfasst folgende Bände:
Medusa
Nebra
Valhalla
Babylon
Wicca - Tödlicher Kult

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen