Das Haus, das in den Wellen verschwand

Autor: Lucy Clarke
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06029-5
Erscheinungsdatum (D) 01.06.16 Erschienen 2015
Seiten 384
Übersetzung Claudia Franz

Das Haus, das in den Wellen verschwand The Blue

Inhalt

Nach einem bitteren Zerwürfnis mit ihrem Vater beschließt Lana, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Kitty eine Weltreise zu unternehmen. Kitty ist nun der wichtigste Mensch in Lanas Leben, und mit ihr möchte sie das große Abenteuer wagen und zugleich Abstand zu ihrem Vater gewinnen. Auf den Philippinen treffen die beiden jungen Frauen eine Gruppe von Globetrottern, die mit ihrer Jacht „Blue“ nach Neuseeland weitersegeln möchte. Was weder Kitty noch Lana für möglich halten, geschieht tatsächlich: Sie werden von den fünf jungen Leuten eingeladen, zu ihnen zu stoßen und Mitglieder der Crew der „Blue“ zu werden. Was in den folgenden Tagen geschieht, erscheint Lana und Kitty wie ein Traum: Die „Blue“ wird schnell zu einem Zuhause für die beiden Engländerinnen, und das Leben auf der großen Segeljacht erscheint ihnen wie das Paradies. Tagsüber erkunden sie einsam gelegene Inseln und Lagunen, nachts sitzen sie alle zusammen an Deck, lassen eine Flasche Rum kreisen und bestaunen den Sternenhimmel.

Doch als die Crew von den Philippinen aus zur nächsten Etappe aufbricht und somit eine mehrtägige Seereise vor ihr liegt, kommen allmählich unter der Oberfläche brodelnde Differenzen ans Tageslicht. Schnell wird Lana und Kitty klar, dass jeder an Bord der „Blue“ seine eigene Geschichte und somit auch manches dunkle Geheimnis mit sich trägt. Die Wolken, die die paradiesischen Zustände auf der Jacht immer deutlicher überschatten, bergen so manche Gefahr in sich und führen am Ende direkt in eine Katastrophe…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Das Haus, das in den Wellen verschwand“ ist ein Roman, der von der ersten Seite an eine unglaubliche Sogkraft entwickelt, aus der man sich bis zum Schluss nicht befreien kann – und das auch gar nicht will. Lucy Clarke versteht es, die Spannung allmählich und ganz kontinuierlich aufzubauen, die Ahnung von Gefahr und etwas Dunklem ganz langsam in die Geschichte einsickern zu lassen und so ihre Leser gnadenlos an diesen Roman zu fesseln. Es ist ganz einfach nicht möglich, sich der Faszination, die die „Blue“ und ihre Crewmitglieder auf Kitty und Lana ausüben, zu entziehen. Auch wenn von Anfang an klar ist, dass die beiden jungen Frauen hier mitnichten das Paradies auf Erden gefunden haben, kann man doch nicht umhin, sich diesem vermeintlichen Traum von großer Freiheit und der endlosen Weite des Ozeans hemmungslos hinzugeben. Allen Alarmsignalen zum Trotz möchte man als Leser, genau wie die beiden Protagonistinnen, auf einer sanften Welle aus Glückseligkeit und Abenteuer dahinschweben und die Welt um sich herum vergessen.


Meisterhaft gelingt es Clarke, die Stimmung auf der „Blue“ ganz allmählich umschlagen zu lassen und die dunklen Untertöne, die zwischen den Crewmitgliedern herrschen, immer deutlicher ans Tageslicht zu befördern. Die Ahnung dessen, was geschehen wird, ist dabei zwar latent vorhanden, offenbart sich dann aber derart brutal und ernüchternd, dass es kaum auszuhalten ist. Mit einem großen Gespür für Schauplätze und die richtige Atmosphäre und mit großartig gezeichneten Charakteren erzählt Lucy Clarke hier eine Geschichte, die ebenso anrührend und bewegend, wie gnadenlos spannend und fesselnd geworden ist. Diesen Roman sollte man keinesfalls verpassen!

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