Nachruf auf den Mond

Autor: Nathan Filer
Genre: Roman
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-28124-6
Erscheinungsdatum (D) 02.03.15 Erschienen 2013
Seiten 315
Übersetzung Eva Bonné

Nachruf auf den Mond The Shock of the Fall

Inhalt

»Ich werde Ihnen erzählen, was passiert ist, denn bei der Gelegenheit kann ich Ihnen meinen Bruder vorstellen. Er heißt Simon. Ich glaube, Sie werden ihn mögen. Wirklich. Doch in ein paar Seiten wird er tot sein. Danach war er nie mehr derselbe.«

Matthew Homes ist ein begnadeter Erzähler, und Patient der Psychiatrischen Klinik in Bristol. Um dort dem trostlosen Alltag zu entfliehen, schreibt er seine Geschichte auf – und die seines Bruders Simon, der im Alter von elf Jahren während des Campingurlaubs in Cornwall starb. Selbst nach zehn Jahren gibt sich Matthew immer noch die Schuld am Unfalltod seines Bruders. Doch eigentlich ist Simon für ihn gar nicht tot – und Matthew auch kein gewöhnlicher 19jähriger. Matthew leidet an Schizophrenie...

Buchkritik von Thomas  Ays

Es geht um Trauer. Und wenn wir einen Moment ganz ehrlich zu uns sind: Geht es darum nicht immer? Die Trauer zuzulassen über einen Verlust, eine verlorene Kindheit, einen geliebten Menschen oder ein geliebtes Tier? Um Trauer geht es auch in Nathan Filers erstem Roman. Der Brite widmete sich über einen sehr langen und zweifelsfrei auch sehr intensiven Zeitraum einer Figur, die in ihrer Trauer gefangen ist. In der Trauer um ihren Bruder. Diese Figur ist Matthew Homes. Hier hat der Autor ganze Arbeit geleistet und einen authentischen und erschreckenden Charakter erschaffen. Seine Gedanken und sein Leben sind in etwas über 300 Seiten nur eines: krass, hart und schwer zu ertragen. Warum sollten wir uns also eine solche Geschichte überhaupt antun? Weil es darum geht, die Trauer zuzulassen und sie nicht wegzudrängen. "Nachruf auf den Mond" ist ein Plädoyer dafür, sich mit sich und seiner Geschichte zu beschäftigen, sich der Beziehungen zu Mutter und Vater zu stellen, vielleicht auch um mit Ereignissen zu Geschwistern aufzuräumen. Doch es geht auch um Hoffnung. Hoffnung darauf, dass doch alles wieder gut wird und dass wir wieder gesund werden. Im Fall von Matthew ist dieser Gedanke der Motor der Handlung. Als Leser wünscht man sich nichts mehr, als dass alles wieder gut wird. Nathan Filer hat es in seiner Geschichte geschafft, konsequent zu bleiben und sich seiner Figur voller Respekt und Anerkennung zu nähern. Eine Tatsache, die diesen Roman zu etwas Ausdrucksstarkem und Einzigartigem macht. Auch wenn ihm gegen Ende etwas die Puste ausgeht, "Nachruf auf den Mond" ist durch und durch besonders.

"Nachruf auf den Mond" ist das Romandebüt von Nathan Filer.

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