Fingerhut-Sommer

Autor: Ben Aaronovitch
Genre: Fantasy
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21602-9
Erscheinungsdatum (D) 21.08.15 Erschienen 2014
Seiten 416
Übersetzung Christine Blum

Fingerhut-Sommer Foxglove Summer

Inhalt

Der erste Zauberlehrling seit gut 50 Jahren bei der englischen Polizei zu sein hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ein Gedanke, der dem Londoner „Stadtkind“ Peter Grant kommt, als er in seinem Auto auf dem Weg raus aufs platte Land ist. Genauer gesagt nach Herefordshire, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und wo zwei elfjährige Mädchen seit ein paar Tagen spurlos verschwunden sind.
Da magische Umstände bei der Entführung nicht ausgeschlossen werden können – die Grenze zum sagenträchtigen Wales ist hier nahe - darf Peter also das Landleben genießen und sich bei den Ermittlungen nützlich machen. Für den eingefleischten Londoner gilt es nun, sich mit wilden Kühen anzufreunden, die örtlichen Gottheiten bei Laune zu halten und seine Dorfkollegen nicht mit allzu unheimlichen Theorien zu verschrecken. Außerdem bietet sich Peter noch die Möglichkeit, einen pensionierten Zauberer auszuhorchen, und alleine dafür lohnt sich doch der Weg raus aus den Häuserschluchten und rein in die ungezähmte Natur, oder?…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Bei der Polizei führen Funkkennungen ein wahlloses Eigenleben als Substantive, Adjektive und bei besonderen Anlässen auch als Kraftausdrücke. Trojan ist die Schusswaffenkommission, Ranger die Diplomatische und Personenschutzpolizei und Falcon ist das, was ein gewisser mir bekannter DCI als „abstrusen Scheiß“ bezeichnet.
Seit es den Polizisten Peter Grant zu Falcon verschlagen hat, hat er es schon mit so manchem „abstrusen Scheiß“ zu tun bekommen, aber wenigstens musste er dafür nicht raus aus London. Sein fünfter Fall führt ihn nun mitten aufs platte Land, wo die Felder grün, die Wälder dicht und die Ortschaften sehr überschaubar sind. Nicht gerade das Paradies für einen eingefleischten Städter wie Peter. „Fingergut-Sommer“ zieht seinen Unterhaltungswert unter anderem genau aus dieser Konstellation, aber nicht nur. Krimi trifft bei Ben Aaronovitch auf urbane Fantasy und das ein ums andere Mal höchst kurzweilig, witzig und kreativ. Der Erzählstil des Autors hat auch in Grants fünftem Fall nichts von seinem bissigen und schnoddrigen Humor eingebüßt und so ist es einfach wieder herrlich, was Peter über die Ermittlungen und seine Umwelt zum Besten gibt. Nachdem „Ein böser Ort“ doch hier und da zähe Momente hatte, erscheint „Fingerhut-Sommer" wieder wie aus einem Guss. Das Landleben wird bevölkert von skurrilen und teils gruseligen Gestalten und auch die Suche nach den beiden vermissten Mädchen gestaltet sich sehr spannend. Außerdem erhält man endlich Antworten auf lang gestellte Fragen, wie zum Beispiel die Herkunft der Folly-Haushälterin Molly. So bietet der neuste Fall von Peter Grant wieder genau das, was wir so an dieser atmosphärischen Reihe so schätzen und lieben.

Alle Fälle von Peter Grant:
Die Flüsse von London
Schwarzer Mond über Soho
Ein Wispern unter Baker Street
Der böse Ort
Fingerhut-Sommer
Der Galgen von Tyburn
Die Glocke von Whitechapel

Weitere Geschichten rund um Peter Grant:
Geister auf der Metropolitan Line

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen